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Innenminister
Buttolo startet umstrittene Videoüberwachung
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Polizeioberkommissarin
Nadja Fuchs demonstriert Innenminister Albrecht Buttolo die
Einsatzbereitschaft der Videoüberwachungsanlage im Polizeirevier
Dresden-Neustadt |
Nun
also doch! Lange in der Neustadt heftig umstritten und von Anwohnern
vehement abgelehnt wurde am 22. Januar hoch am Dach des Hauses Alaunstraße
33 schon mal die Kameratechnik installiert. Von dort aus soll künftig
der aus polizeilicher Sicht Krawallgefährdete Bereich von dem
Jugendzentrum Scheune per Video überwacht werden. Blauweiße
Schilder mit Kamerasymbol und der Aufschrift "Videoüberwachter
Bereich/Polizeidirektion Dresden" weisen Passanten seitdem
auf das Betreten des überwachten Bereiches hin. Am 1. Februar
wurde die Videoüberwachung in der Neustadt dann offiziell gestartet.
"Videoüberwachung
ersetzt in keinem Fall polizeiliche Präsenz", erläuterte
Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) tags zuvor im Polizeirevier
Dresden-Neustadt bei der Demonstration der Einsatzbereitschaft der
Kameraüberwachungsanlage. Allerdings hätten ihm die Ausschreitungen
vor der Scheune im Oktober 2006 deutlich gemacht, dass an diesem
Kriminalitätsschwerpunkt dringend etwas geschehen müsse.
Die Videoüberwachung soll künftig zur effizienten Beweissicherung
von Straftaten an dieser Stelle dienen. Dabei ist eine permanente
Rundumüberwachung des Straßenraumes laut Polizeiangaben
nicht vorgesehen. Eingeschaltet werden soll die Anlage nur zu besonders
gefährdeten Zeiten nach "polizeilichem und kriminaltechnischem
Erfahrungswissen", und zwar ohne Erkennbarkeit des Betriebes
durch Passanten im Überwachungsbereich.
Die
Datenspeicherung der Videodokumentationen wird dabei auf jeweils
96 Stunden begrenzt, obschon das sächsische Polizeigesetz eine
Datenspeicherung für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten
erlaubt. Den Anwohnerschutz der Privatsphäre sichert bei der
Videoüberwachung entsprechende Kameratechnik. Durch Schwarzbalken
und Weißschaltung wird gewährleistet, dass der polizeiliche
Einblick in private Anwohnerquartiere ausgeschlossen bleibt. Der
sächsische Datenschutzbeauftragte meldete daher bei der Abnahme
der Videotechnik wenige Tage zuvor auch keinerlei Bedenken an. Im
überstrichenen öffentlichen Bereich liefern allerdings
sowohl die fest ausgerichtete als auch die schwenkbare Kamera der
Videoüberwachungslage Tag und Nacht gestochen scharfe Bilder,
welche die Identifikation Personen und Autokennzeichen problemlos
ermöglichen. Entsprechende Standbilder jeder Sequenz können
bei Bedarf umgehend zu Fahndungszwecken ausgedruckt werden.
Die
Kosten der Videoüberwachungslage bezifferte der Dresdner Polizeipräsident
Dieter Hanitzsch mit 80.000 Euro. Nicht zu unterschätzen ist
allerdings der zusätzliche Personalbedarf zum Betrieb der Videoüberwachungslage.
Stattliche 55 Polizeibeamte sollen künftig für die Einsatzbereitschaft
der Videoanlage im Bedarfsfall sorgen. Trotz des beachtlichen Aufwandes
freut sich Polizeichef Hanitzsch über die neue Technik für
das Polizeirevier Dresden-Neustadt. "Wir hoffen damit nun die
Ausschreitungen vor der Scheune in den Griff zu bekommen",
verkündet er optimistisch.
Text+Foto: Theodor van Bernum
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