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Ausstellung
"Baukunst und Umwelt" im Blockhaus
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Noch
bis zum 24. Januar 2008 ist die Präsentation "Urbane
Projekte" im Foyer des Blockhauses am Neustädter Markt
von Montag bis Freitag jeweils zwischen 9 und 17 Uhr zu
sehen. Der Eintritt ist frei. |
Baukunst
und Umwelt scheinen auf den ersten Blick extreme Gegenwelten zu
sein. Wo gebaut wird verändert der Mensch nach seinen Vorstellungen
gestaltend die Umwelt. Erst in neuerer Zeit hat sich dabei verstärkt
die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen Gestalten und Bewahren Schäden vermeiden und dadurch
zu zukunftsweisenden Ergebnissen führen kann.
In
der nunmehr bereits zehnten Ausstellung zur Thematik Baukunst und
Umwelt präsentieren die Sächsische Akademie der Künste
und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt im Foyer
ihres gemeinsamen Domizils im Blockhaus am Neustädter Markt
seit kurzem die Plakatausstellung Urbane Projekte. Die
Leipziger Architektinnen Dr. Marta Doehler-Behzadi und Professor
Iris Reuther verdeutlichen anhand von mitteldeutschen Projektbeispielen
ihres Büros für urbane Projekte welchen Herausforderungen
sich Architekten und Stadtplaner vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen
bei der verantwortlichen Gestaltung von urbanen Umwelten stellen
müssen.
Im
Zuge der Industriellen Revolution erlebten die Städte ein nahezu
explosionsartiges Wachstum. Natur und Umwelt wurden zurückgedrängt,
umgestaltet und überbaut. Die Landschaft rund um die Städte
und Siedlungen wurde stark beansprucht und zersiedelt. Vor allem
in Ostdeutschland zeigt sich allerdings seit Anfang der 90er Jahre
auch ein gegenläufiger Trend: Die Städte beginnen zu schrumpfen.
Die Menschen wandern ab, Leerstand und Verfall prägen das Bild
ganzer Stadtteile und Regionen. Diesen Transformationsräumen,
wo die Flächen erschlossen sind und Gebautes im Überfluss
vorhanden ist, gilt das besondere Interesse des Büros für
urbane Projekte in Leipzig. Am Beispiel des Leipziger Ostens wird
exemplarisch die besondere Problemlage einer schrumpfenden Stadt
aufgezeigt, die vor allem in Auflösungserscheinungen in den
Außenbezirken bei gleichzeitigen Konzentrationsprozessen im
Stadtzentrum ihren Ausdruck findet.
Die
Antwort des Büros für urbane Projekte auf diese städtebauliche
Herausforderung liegt in der Vorgabe von jederzeit flexibel und
bedarfsgerecht aktualisierbaren Entwicklungsrichtungen anstelle
von umfassenden Konzepten und starren Plänen, die oft genug
an den Interessen der Anwohner vorbeigehen. Die ausgestellten Beispiele
einer derartigen experimentellen Praxis in der planerischen Begleitung
sich rasch wandelnder Städte und Regionen lassen sich auch
auf andere Orte mit vergleichbaren Problemlagen übertragen
und können daher viele wertvolle Anregungen für einen
zeitgemäßen Städtebau liefern.
Info:
www.urbaneprojekte.de
Text+Foto: Theodor van Bernum
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