Thema: Kein Supermarkt auf der Kamenzer Straße?

Konsum-Vorstand gibt überraschend Projektausstieg bekannt

 
Steckt das Großbauprojekt Kamenzer Straße in der Sackgasse? Laut den kürzlich aufgestellten Verkehrsschildern jedenfalls schon. Überraschend zog sich der Lebensmittelanbieter KONSUM DRESDEN eG als Betreiber des neuen Supermarktes von dem Vorhaben zurück.

Kaum ist der Startschuss für die jahrelang umstrittene Bebauung des Grundstücks auf der Kamenzer Straße gefallen, da zieht sich der Lebensmittelanbieter KONSUM DRESDEN eG aus dem Projekt zurück. „Es konnte keine Einigung zwischen dem Vermieter und KONSUM erzielt werden. Folglich wird die Genossenschaft auf der Kamenzer Straße 24 – 28 keinen KONSUM Frische-Markt bauen“, ließ KONSUM-Vorstandssprecher Roger Ulke nach einer erneuten Prüfung des Vermietungsangebotes seitens des Investors am 7. November mitteilen. Er begründete die Entscheidung damit, dass die fast 120jährige Genossenschaft als Lebensmittelanbieter zwar stets Frische und Qualität anbieten wolle, dabei aber allgemeine ökologische und regionale Aspekte nicht vernachlässigen möchte. Damit bezog sich Ulke auf die vehementen Proteste der Bürgerinitiative Kamenzer Straße gegen die Bebauung des Grundstücks durch den Essener Investor Heinrich Birken, die unter anderem auch stets den Hinweis auf eine befürchtete problematische Verkehrs- und Lärmsituation durch die Belieferung des Supermarktes enthielten. Bis zum Baubeginn hatte die Bürgerinitiative mit zahlreichen Aktivitäten und Aktionen die fast vollständige Überbauung der letzten Freifläche in der Äußeren Neustadt zu verhindern versucht und sich stattdessen für den Erhalt der lokalen Einzelhändlerstruktur im Quartier eingesetzt.

Mit dem überraschenden Rückzug des KONSUM Dresden aus dem Bauprojekt Kamenzer Straße scheint das Investitionsvorhaben von Heinrich Birken noch vor der Fertigstellung bereits ins Wanken zu geraten, da die Supermarktkette bisher stets als einziger Interessent für diesen Standort galt. Demgegenüber erklärte der Projektentwickler Rolf Gebhardt als Dresdner Vertreter des Essener Investors es gebe bereits einen anderen Interessenten für den Supermarkt, den er namentlich jedoch nicht nennen wollte.

Ungeachtet der jüngsten Entwicklungen laufen die umfangreichen Baumaßnahmen zur Errichtung des umstrittenen Großprojektes mit Tiefgarage, Supermarkt, Dach-Kita und Studentenwohnungen in der Kamenzer Straße jedoch scheinbar planmäßig weiter. Nach der polizeilichen Zwangsräumung der Brachfläche im Morgengrauen des 23. Oktobers rollen die Bagger auf dem Grundstück hinter einem massiven Bretterzaun. Bereits in der Woche zuvor startete die STESAD als städtischer Sanierungsträger die Arbeiten am ersten Bauabschnitt zur Umgestaltung der Kamenzer Straße zwischen der Louisenstraße bis zur Baustelle. Die Fertigstellung des nördlichen Abschnitts der Straßenbaumaßnahme bis zum Bischofsweg ist anschließend ab Mitte nächsten Jahres vorgesehen.


Text+Foto: Theodor van Bernum


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 12.11.2007