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Dresdens
Großstadtentwicklung auf der Neustädter Elbeseite
Für
alle stadtgeschichtlich orientierten Zeitgenossen stellt die Dresdner
Neustadt einen ganz besonders interessanten Stadtteil dar. Nahezu
alle geschichtlichen Epochen vom Barock bis zur Gegenwart haben
hier ihre architektonischen Zeugnisse hinterlassen, welche die Zeit
bis heute überdauert haben. Während die Innere Neustadt
beim Untergang des alten Dresdens im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges
zwar teilweise schwere Schäden zu verzeichnen hatte, blieben
die innenstadtferneren Quartiere wie die Äußere Neustadt
von dieser Zerstörung weitgehend verschont. In den sich anschließenden
DDR-Zeiten bestimmten städtebauliche Bemühungen um den
Wiederauf- und teilweise Neubau der Inneren Neustadt die weitere
Gestaltung des Stadtteils, während man die Äußere
Neustadt dem zunehmenden Verfall preisgab. Die letztlich großflächigen
Abriss- und Neubaupläne der Äußeren Neustadt vereitelte
dann allerdings die Wende zu Beginn der 90er Jahre des letzen Jahrhunderts.
Engagierte Sanierungs- und Erhaltungsanstrengungen sorgten seither
in der gesamten Neustadt für die nachhaltige Sicherung der
Stadtstruktur. Daher präsentiert sich die Neustadt heute als
ein Stadtteil, in dem sich Dresdens Aufstieg von der barocken Residenz
zur modernen Großstadt bis in die Gegenwart hinein besonders
gut auf engstem Raum studieren lässt.
Als
ausgesprochen nützliches und gleichermaßen dekoratives
Handgepäck für derartige stadtgeschichtliche Zeitreisen
bietet sich die Serie Historischer Dresdner Stadtpläne und
Karten des Dresdner Sonneblumen-Verlages an.
Zu Beginn der Industriellen Revolution
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Die
Neustadt 1840
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Mit
dem Beginn der in Deutschland um 1850 einsetzenden Industriellen
Revolution, in der Sachsen eine besondere Vorreiterrolle einnahm,
begann Dresdens kontinuierlicher Ausbau zu einer modernen Großstadt.
Der Reprint eines Originals der einstigen Arnoldischen Buch- und
Kunsthandlung Dresden und Leipzig zeigt den heutzutage nahezu idyllisch
anmutenden städtebaulichen Kristallisationskern dieser Großstadtentwicklung
als Dresden erst etwa 80.000 Einwohner zählte. Die heutige
Augustusbrücke verbindet zu jener Zeit als Dresdens einzige
Brücke die heutige Altstadt mit der Neustadt. Dieser ursprünglich
als Altendresden bezeichnete Stadtteil am rechten Elbufer brannte
1685 vollständig nieder und wurde bis 1732 als Neue Königstadt
wiedererrichtet. In der Folgezeit bürgerte sich dann für
diesen Stadtteil die im Plan angegebene Bezeichnung Neustadt ein.
Als rechtselbischer Teil der Festung Dresden war auch die Neustadt
vormals von einer mächtigen halbkreisförmigen und schanzenverstärkten
Festungsanlage umgeben, die im Plan durch einen breiten Grüngürtel
mit dem zentralen Bautzner Platz, dem heutigen Albertplatz, nachgezeichnet
wird. Die ausgedehnten Kasernenanlagen im Osten des Stadtteils belegen
allerdings, dass die Neustadt zu jener Zeit auch weiterhin vor allem
als Militärstandort von hoher Bedeutung war. Erst später
verlagerte sich die militärische Nutzung in die im Plan noch
als locker und dörflich bebaut dargestellte Antonstadt oder
Neuer Anbau und die nördlich angrenzende Albertstadt bereits
außerhalb des Planbereiches, um dort dann den seinerzeit größten
zusammenhängen Kasernenkomplex Europas zu begründen.
Am Anfang des Gründerzeitlichen Baubooms
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Die
Neustadt 1868
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Der
kürzlich als Reprint neu erschienene historische Stadtplan
von Dresden 1868 zeigt die sächsische Hauptstadt und königliche
Residenz am Vorabend zur Gründung des Deutschen Reiches im
Jahre 1871. In einfacher Schwarzweißdarstellung gehaltenen,
besticht der Plan der ehemaligen königlichen Polizeidirektion
Dresden aus dem Jahre 1868 vor allem durch seine detailreiche Darstellung.
Früher als im übrigen Deutschland hatte in Sachsen bereits
um 1830 die Industrialisierung begonnen. Damit setzte eine jahrzehntelang
anhaltende Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs ein. In dieser
Zeit entwickelte sich Dresden zur modernen Großstadt. Eine
entscheidende Rolle spielte dabei der Ausbau des Verkehrsnetzes,
der durch den technischen Fortschritt rasant beschleunigt wurde.
Das mit der Eröffnung der Leipzig-Dresdner Eisenbahn entstandene
und bis 1875 geschlossene Eisenbahnnetz in der Elbestadt war entscheidend
für die Herausbildung der örtlichen Industriestandorte.
Die 1852 eingeweihte Marienbrücke verbindet im Plan bereits
als zweite Elbbrücke nach der alten Augustusbrücke die
Sächsisch-Böhmische Eisenbahn mit der Leipzig-Dresdner
und der Schlesischen Eisenbahn auf der Neustädter Elbseite.
Mit der Einführung der Dampfschifffahrt auf der Oberelbe seit
1835 nahm auch der Schiffsverkehr auf der Elbe erheblich zu. Für
eine Steigerung sorgte dabei vor allem die Aufnahme der Kettenschleppschifffahrt
ab 1869. Anders als in späteren Zeiten wird die Elbe auch als
Badegewässer noch intensiv genutzt. Davon zeugen die zahlreichen
schwimmenden Bäder zwischen der Augustusbrücke und der
Prießnitzmündung vor allem am Neustädter Ufer im
Plan. Auch das in der heutigen Inneren Neustadt zu jener Zeit stark
präsente Militär unterhielt etwa in Höhe des heutigen
Königsufers eine eigene Badeanstalt.
Die Neustadt am Ende des 19. Jahrhunderts
Der
bereits im letzten Jahr erschienene dekorative Übersichtsplan
von Dresden 1894 mit "bildlicher Angabe der hervorragendsten
Bauten" zeigt das Zentrum und die explosionsartig gewachsenen
Vorstädte der königlichen Residenz und sächsischen
Hauptstadt Dresden in einem nicht einheitlichen Maßstabsverhältnis.
Von 1:9.000 im Stadtzentrum auf 1:7.000 in den Außenbereichen
steigt der Maßstab im Plan an. Dadurch werden die Vorstadtbereiche
gemäß ihrer gestiegenen Bedeutung für das Stadtgefüge
Dresdens am Ende des 19. Jahrhunderts vergrößert dargestellt.
Um die Jahrhundertwende hat die stürmische städtische
Bebauung den halbkreisförmigen Ring der Eisenbahnlinien allerdings
bereits gesprengt. Dresden expandiert kräftig in Richtung seiner
Vororte. Obschon die meisten Vororte zu dieser Zeit noch nicht eingemeindet
waren zählte Dresden bereits stattliche 313.000 Einwohner.
Ein ausgedehntes Straßenbahnnetz durchzieht zu dieser Zeit
schon das gesamte Stadtgebiet. Neben der Augustusbrücke und
der 1852 eingeweihten Marienbrücke verbindet nun auch die Albertbrücke
als dritte Elbquerung die beiden Dresdner Stadthälften. Im
Plan gestrichelt eingezeichnet befindet sich 1894 die Carolabrücke
aber bereits im Bau. Das Neustädter Stadtgebiet ist um die
Jahrhundertwende bereits gründerzeitlich dicht bebaut. Ausgehend
von der Leipziger Vorstadt hat sich die rege Bautätigkeit vornehmlich
als Blockrandbebauung aber auch schon weiter elbabwärts bis
Pieschen außerhalb der Plandarstellung vorgeschoben. Nördlich
der Antonstadt ist beidseits der Carola-Allee, der heutigen Stauffenbergallee,
mit der Albertstadt der seinerzeit größte Militärkomplex
des damaligen Europas entstanden, zu dem auch der heutige Alaunpark
als ausgedehnter Exerzierplatz gehörte.
Text: Theodor van Bernum
Kartenausschnitte
Dresden 1840 und 1868/Repros Sonnenblumen-Verlag:
Mit
freundlicher Veröffentlichungsgenehmigung vom Herausgeber der
historischen Stadtpläne und Karten von Dresden: Sonnenblumen-Verlag
Dresden, Herr Michael Schmidt, Heideparkstraße 16, 01099 Dresden,
Tel./Fax: 0351/8032144, info@altdresden, www.altdresden.de
Historische
Pläne und Karten von Dresden von 1840, 1868, 1894, 1908
(Dresdner Heide), 1920, 1930 und 1935 sind über die Buchhandlungen
von
Dresden-Neustadt und beim Sonnenblumen-Verlag Dresden direkt beziehbar
(gefaltete Ausgaben und Poster-Ausgaben)
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