Thema: Richtfest für den Erweiterungsneubau des Hauptstaatsarchivs

Rohbau des High-Tech-Wissensspeichers planmäßig fertiggestellt

 
Bedächtig steigt die Richtkrone am 26. Oktober an der Fassade des noch eingerüsteten und verhüllten Rohbaus neben dem historischen Altbau des Dresdner Hauptsstaatsarchivs in den trüben herbstlichen Himmel.

Das herbstliche Schmuddelwetter trübte die Freude der geladenen Gäste nicht im Mindesten. Ende Oktober wurde für den Erweiterungsneubau des Dresdner Hauptstaatsarchivs ein zünftiges Richtfest gefeiert. Nach dem ersten Spatenstich für den modernen Ergänzungsbau nach einem Entwurf des Berliner Architekten Peter Schweger im Oktober letzten Jahres wurde der Rohbau damit planmäßig vollendet. Im kommenden Frühjahr soll der neue Gebäudetrakt eröffnet werden. „Damit wird dann Platz für weitere etwa 32 Kilometer Akten und rund 46.000 Karten geschaffen“, freute sich der Leiter des Hauptsstaatsarchivs Guntram Martin anlässlich der Feierlichkeiten.

Der nahezu fensterlose Neubau mit seinen rund 7000 Quadratmetern Nutzfläche verfügt einschließlich der drei unterirdischen Geschosse über insgesamt neun Etagen. Nach der Fertigstellung soll sich der neue Gebäudekomplex mit einer hellen Backsteinfassade als moderner Gegenpol harmonisch in das Ensemble der historischen Bausubstanz des alten Hauptstaatsarchivs integrieren. Modernste Klima- und Lüftungstechnik zur sicheren Lagerung des Archivmaterials ist für das Innenleben des Depotneubaus vorgesehen. Als Pilotprojekt „Passivhaus“ des Freistaates Sachsen soll damit auch der Heizenergiewert von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter unterschritten werden. Dazu wird die Außenseite des Bauwerks mit einer 24 Zentimeter starken Schaumglasisolierung hinter der Backsteinverkleidung versehen. So soll gewährleistet werden, dass 80 Prozent der Abluftwärme klimaschonend und umweltfreundlich zurück gewonnen werden kann. Als einen echten „High-Tech-Wissensspeicher“ für die Zukunft bezeichnete denn auch der Abteilungsleiter für Staatshochbau im Sächsischen Finanzministerium Wolf Karl Reidner den Erweiterungsneubau in seiner Festrede.

In den Neubau des Magazingebäudes investiert der Freistaat Sachsen insgesamt rund 15,5 Millionen Euro. Weitere 5,2 Millionen Euro sind nach der Fertigstellung dieses Bauvorhabens für die Sanierung der historischen Bausubstanz des Hauptstaatsarchivs ab dem kommenden Jahr vorgesehen. Im Zuge des Innenausbaus soll dabei der alte Lesesaal erweitert werden, um so die Nutzungsattraktivität des Hauses künftig zu erhöhen.

Das historische Hauptgebäude des Archivs wurde in den Jahren von 1912 bis 1915 nach einem Entwurf des Geheimen Baurats Karl Ottomar Reichelt und seines Mitarbeiters Karl Heinrich Koch errichtet. Die seinerzeit avisierte Speicherkapazität betrug 100 Jahre, wobei die Baufläche für einen Erweiterungsneubau bereits vorgesehen und bis in die Gegenwart hinein freigehalten wurde. Durch den erheblichen Archivmaterialzuwachs aufgrund der Übernahme von Unterlagen aufgelöster DDR-Einrichtungen erschöpften sich die Kapazitäten des Dresdner Hauptstaatsarchivs allerdings vorzeitig und machten so den am 6. Oktober 2006 begonnenen Erweiterungsneubau erforderlich.


Text+Foto: Theodor van Bernum


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