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Der
grüne Lokalpatriot vom Martin-Luther-Platz
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Achim Wesjohann
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Das
Interesse am Mittelalter lockte den gebürtigen Niedersachsen
Achim Wesjohann 1995 ins barocke Elbflorenz. Hier an der Technischen
Universität Dresden beendete der heute 37jährige seine
an der Universität Münster begonnenen Studien als Mittelalterhistoriker.
Und beruflich ließ ihn das Mittelalter dann auch so schnell
nicht wieder los. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich
Institutionalität und Geschichtlichkeit der TUD
beschäftigte er sich anschließend noch bis 2004 eingehend
mit religiösen Orden des Mittelalters.
In
der Gegenwart war Achim Wesjohann dagegen privat seit seinem Umzug
an die Elbe auf der Suche, und zwar vor allem politisch. Ich
war schon in meinen Münsteraner Studententagen links bis grünalternativ
angehaucht, erläutert er seinen Eintritt in die PDS 1995.
Die erhoffte neue politische Heimat fand er dort allerdings zunächst
noch nicht. Und so endete seine PDS-Mitgliedschaft bereits ein Jahr
später wieder. Nach zwei Jahren politischer Abstinenz trat
er dann 1998 der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei, der
er bis heute angehört. Nach Jahren als einfaches Parteimitglied
stieg er dort Anfang 2005 zum Stadtverbandssprecher auf und wurde
als solcher in diesem Jahr erneut bestätigt. 2005 habe
ich die Politik dann auch zu meinem Beruf gemacht, vervollständigt
Achim Wesjohann seinen Werdegang. Als Mitarbeiter der bündnisgrünen
Fraktion des Sächsischen Landtages ist er seither zuständig
für Grundsatzfragen wie dem demografischen Wandel im Freistaat.
Seinen
gesunden Lokalpatriotismus hat Achim Wesjohann über seine sachsenweite
politische Berufstätigkeit allerdings nicht verloren. Ganz
im Gegenteil ... Als einer der nach der Stadtratswahl 2004 auf die
beachtliche Zahl von fünf Ortsbeiräten angewachsenen Fraktion
der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Ortsbeirat Neustadt betreibt
er als Neustadtgrüner ebenso engagierte politische
Basisarbeit für seinen Stadtteil. Daran konnte bisher auch
der kürzlich erfolgte Abberufungsversuch als Ortsbeirat seitens
des Stadtrates nichts ändern, gegen den er sich mit der sprichwörtlichen
niedersächsischen Gelassenheit erfolgreich zur Wehr setzte.
Obschon
katholisch bezog Achim Wesjohann aus der Leipziger Vorstadt kommend
am Reformationstag des Jahres 2000 am urprotestantischen Martin-Luther-Platz
sein neues Wohnquartier. Diese Wohnortwahl betrachtet er als ein
gelebtes Stück der vom ihm besonders hoch geschätzten
Neustädter Toleranz. Der reizvolle innerstädtische Gründerzeitplatz
rund um die Martin-Luther-Kirche vor seiner Haustür liegt ihm
seither auch ganz besonders am Herzen. Weniger parkende Autos
und eine wirksame Verkehrsberuhigung würden dem Martin-Luther-Platz
aus meiner Sicht sehr gut tun, formuliert der Neustadtgrüne
seine Vorstellungen einer zukunftsweisenden Wohnumfeldgestaltung
dieses Teils der Äußeren Neustadt. Zugegeben, so
richtig grün wird die Neustadt aufgrund ihrer dichten gründerzeitlichen
Bebauung wahrscheinlich niemals werden, versucht er weiter
die künftige bauliche Entwicklung des Stadtteils einzuschätzen.
Aber
vielleicht wird das quirlige Szeneviertel aufgrund des lokalpatriotischen
Engagements von Achim Wesjohann ja doch noch ein wenig grüner?
Wenn es nach ihm geht mit Sicherheit.
Text+Foto: Theodor van Bernum
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