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BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN plädieren für erweiterte Ortschaftsverfassung
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Den
Bau der umstrittenen "Gaga"-Ampel an der Kreuzung
Görlitzer und Louisenstraße hatte der Neustädter
Ortsbeirat trotz ablehnenden Votums wegen fehlender Entscheidungsbefugnis
nicht verhindern können. |
Zur
letzten Sitzung des Ortsbeirates Neustadt im abgelaufenen Jahr präsentierte
der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Johannes Lichdi (BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN) das Konzept seiner Partei zur Stärkung
der Ortsvertretungen im Zusammenhang mit der Verwaltungsstrukturreform
der Landeshauptstadt Dresden. Voraussichtlich im März 2008
soll der Stadtrat über die künftigen Verwaltungsstrukturen
der Stadt entscheiden.
Das
Konzept sieht vor, dass die bisherigen zehn Ortsamtsbereiche den
Status einer Ortschaft erhalten sollen. Eine Eingliederung der bestehenden
neun Ortschaften gegen ihren Willen soll dabei ausgeschlossen sein.
Dadurch sollen die bestehende Rechtsungleichheit für Dresdens
Bürgerschaft in den Ortschaften und in den Ortsamtsbereichen
abgeschafft und die örtlichen Bürgervertretungen insgesamt
gestärkt werden. Die künftigen Ortschaftsräte könnten
so beispielsweise auf Beschluss in wichtigen Angelegenheiten direkt
an den Stadtrat oder den Oberbürgermeister herantreten, was
Beschlüsse der Stadtverwaltung über die Köpfe der
Ortschaft hinweg ausschließen soll. Ferner bestünde für
entsandte Mitglieder des Ortschaftsrates im Stadtrat und seinen
Ausschüssen ein Antrags- und Rederecht. Gegen Entscheidungen
des Stadtrats und des Oberbürgermeisters würde den Ortschaftsräten
weiterhin ein Widerspruchsrecht eingeräumt, was jedoch nur
eine aufschiebende Wirkung entfalten soll um Blockaden gesamtstädtischer
Entscheidungen auszuschließen. Durch die Direktwahl der örtlichen
Vertretung statt Bestellung durch den Stadtrat wie derzeit für
die Ortsbeiräte der Ortsamtsbezirke praktiziert sollen die
Ortschaftsräte künftig zu eigenständig demokratisch
legitimierten Bürgervertretungen aufgewertet werden.
Neben
der politischen Stärkung sieht das Konzept von BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN auch eine Stärkung der Verwaltungskraft
der Ortsvertretungen vor. So sind für jeden Ortsamtsbereich
wieder ein Ortsamtsleiter und eine ausreichende Zahl an Gemeindearbeitern
für Ordnung und Bürgerangelegenheiten vorgesehen. Die
Bürgerbüros sollen erhalten und bedarfsgerecht ausgebaut
werden. Zur Erfüllung städtischer Aufgaben auf ihrem Territorium
sollen den künftigen Ortschaften vermehrt eigene Mittel im
Rahmen der Haushaltssatzung zugesprochen werden.
Text: Theodor van Bernum
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