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SPD-Antrag
soll künftig Besetzungspraxis regeln
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Nach
dem Boykott der letzten Sitzung trat der Ortsbeirat Neustadt
am 9. Oktober wieder in der alten Besetzung zusammen. |
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die geplante Fortschreibung des Schulnetzplanes für die Förderscherschulen
und beruflichen Schulzentren in Dresden ließ sich der Ortsbeirat
Neustadt am 9. Oktober durch das Schulverwaltungsamt zu Beginn
der Sitzung informieren. Einheitliche Zustimmung durch den Ortsbeirat
fand im Anschluss daran das Grobkonzept des Stadtplanungsamtes für
die Bewerbung der Stadt Dresden um weitere EFRE-Mittel der Europäischen
Union im zweiten Förderzeitraum 2007-2013. Der Löwenanteil
von 10 Millionen Euro der Fördermittel soll in diesem Zeitraum
für das Fördergebiet entlang der Weißeritz zur Verfügung
stehen, während für das Stadtgebiet Leipziger Vorstadt/Pieschen
nur 4 Millionen Euro investiert werden sollen. Ebenfalls einstimmig
befürwortet wurde vom Ortsbeirat Neustadt der FDP-Antrag zur
Freilegung der historischen Treidelpfade am rechten Elbufer zwischen
der Albertbrücke und dem blauen Wunder. Die dazu erforderlichen
exakten bautechnischen Details konnten allerdings noch nicht abschließend
erörtert werden. Und auch dem Trägerschaftswechsel der
Kindertagesstätte in der Johann-Meyer-Straße 38 stimmte
der Ortsbeirates noch unspektakulär mehrheitlich zu.
Damit endete dann jedoch die sachthemenbezogene Harmonie im Ortsbeirat
Neustadt. Weit auseinander lagen erwartungsgemäß die
Grundsatzpositionen als der SPD-Fraktionsantrag zur Änderung
der Geschäftsordnung des Stadtrates für die Besetzung
der Ortsbeiräte diskutiert wurde. Hintergrund ist die Abwahl-
und Neubesetzungspraxis des Stadtrates rund um das Ortsbeiratsmitglied
Friedrich Boltz (Bürgerliste), in dessen Folge gleich mehrere
Ortsbeiräte ihr Mandat verloren, Boltz aber jedes Mal als gewähltes
Mitglied im Ortsbeirat Neustadt verblieb. Den daraufhin von den
abgewählten Ortsbeiratsmitgliedern eingelegten Widersprüchen
wurde zwischenzeitlich teilweise stattgegeben. Daher tagte der Ortsbeirat
Neustadt am 9. Oktober nach Boykott des vorangegangenen Sitzungstermins
wieder in seiner ursprünglichen Besetzung. Der SPD-Fraktionsantrag
zur Geschäftsordnungsänderung des Stadtrates soll nun
künftig für Rechtssicherheit und den stadtteilbezogenen
Parteienproporz bei der Bestellung von Ortsbeiräten sorgen.
Der Ortsbeirat Gunther Thiele (CDU) meldete allerdings Bedenken
an der Zulässigkeit des darin enthaltenen Kandidatenwahlverfahrens
an. Er plädierte daher für eine Vertagung der Abstimmung
des Ortsbeirates über den Antrag bis zu einer rechtlichen Überprüfung
durch das städtische Rechtamt. Der Ortsbeirat Neustadt stimmte
jedoch entgegen diesen Vorbehalten dem Antrag auf Initiative von
Dr. Christoph Meyer (SPD) schließlich mehrheitlich zu.
In
einer persönlichen Erklärung zum Abschluss der Ortsbeiratsitzung
Neustadt bezeichnete der Gunther Thiele den Boykott des letzten
Sitzungstermins durch den linken Flügel des Neustädter
Ortsbeirates als ziemlich undemokratisch. Für ihn
sei darin eine nicht hinnehmbare Fundamentalopposition der beteiligten
Ortsbeiräte spürbar geworden. Dieser Kommentierung widersprach
Dr. Christoph Meyer allerdings aufs Schärfste. Der Boykott
hätte seine Ursache vielmehr allein in der unrechtmäßigen
Umbesetzungspraxis des Ortsbeirates Neustadt durch den Stadtrat
gehabt, die das Rechtsamt der Stadt zwischenzeitlich zumindest für
die Abwahl von Achim Wesjohann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
ja auch bestätigt habe. Er ließ keinen Zweifel daran,
dass sich der Ortsbeirat Neustadt nach seiner Auffassung mehrheitlich
aus engagierten Ortsteilsvertretern zusammensetze und daher von
einer Fundamentalopposition in keiner Weise die Rede sein könne.
Text+Foto: Theodor van Bernum
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