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"mensch
bRAUCHt toleranz" findet Neustädter Verein
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Eines
der letzten Raucherrefugien in der Neustadt: Der Keller des
spanischen Restaurants "El Perro" . |
Seit
dem 1. Februar gilt nun auch in Sachsen das neue Gesetz zum Schutz
von Nichtrauchern. In Gaststätten und Kneipen darf nur noch
in gesonderten Räumen geraucht werden. Ist die Einrichtung
abgetrennter Raucherräume nicht möglich bleibt den Rauchern
nur der Gang ins Freie um sich dem Tabakgenuss hinzugeben. Bei einem
Verstoß gegen das Rauchverbot drohen drakonische Geldbußen,
und zwar sowohl für Raucher als auch für Gastwirte. Soweit
die neue Gesetzes- und Sachlage. Nur wie sieht es mit der Umsetzung
dieses rigiden Nichtraucherschutzes in der Praxis aus?
Zunehmend
macht sich die Kehrseite der neuen gesetzlichen Regelung zum strengen
Schutz der Nichtraucher bemerkbar. In kleineren Gaststätten
ist die Einrichtung gesonderter Raucherräume aus Platzgründen
schlichtweg unmöglich. Die daraus resultierenden Kosten treffen
aber auch größere Lokale empfindlich und so überlegt
mancher Gastwirt noch, ob sich diese Investition überhaupt
lohnt. Die rauchende Kundschaft indes bleibt den neuerdings rauchfreien
Lokalen jedoch schon zunehmend fern. Erste Nachrichten von dramatischen
Umsatzeinbußen betroffener Gastwirte machen bereits die Runde.
Dem Neustädter Szene- und Kneipenviertel mit seiner hohen Gaststättendichte
droht diesbezüglich besonderes Ungemach. Daher veranstaltete
die Initiative Neustadt Mitte Februar in der Scheune eine Diskussionsrunde
zwischen Vertretern der Ordnungsbehörden und den Betroffenen
im Stadtteil, um nach einem Ausweg aus diesem Dilemma zu suchen.
Das Ergebnis der Gesprächsrunde: Das Gesetz ist nun mal wie
es ist und lässt keine Ausnahmen zu.
Dagegen
formiert sich allerdings zunehmender Widerstand. Ein bereits im
März vergangenen Jahres gegründerter Verein unter dem
Namen "mensch bRAUCHt tolernz e.V." macht sich für
eine praxisgerechte Modifizerung des Rauchverbots stark. Der Verein
mit seinen derzeit etwa 700 Mitgliedern, darunter 20 Kneipenwirte,
aus dessen Reihen auch bereits eine Klage gegen das strikte Nichtraucherschutzgesetz
beim sächsischen Landesverfassungsgericht eingereicht wurde,
plädiert für mehr Toleranz. "Wir wollen keinesfalls
auf den Stand von vor der Gesetzeseinführung zum Nichtraucherschutz
zurück", erläutert Vereinsvorstand Dr. Martin Schulte-Wissermann
die Aktivitäten seines Vereins zum Thema Nichtraucherschutz.
Möglich gemacht werden sollen allerdings sinnvolle Ausnahmen
vom strikten Rauchverbot in öffentlichen Lokalen, um so keine
sozialen Barrieren zwischen Rauchern und Nichtrauchern entstehen
zu lassen. Dazu bedarf es nach Auffassung des Vereins weniger gesetzlicher
Regelungen als vielmehr Toleranz im Umgang miteinander, und zwar
ausdrücklich nicht nur zwischen Rauchern und Nichtrauchern.
Weitere
Info: www.mensch-braucht-toleranz.de
Text+Foto: Theodor van Bernum
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