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Die
Gründung
von Altendresden
Die Geschichte der
Inneren Neustadt beginnt mit der Entstehung von Dresden. Slawische
Siedler ließen sich im 7. Jahrhundert längs der Elbe nieder. An
einer für die Überquerung des Flusses geeigneten Stelle entstanden
bald darauf zwei Dorfstellen, die vom Wasser getrennt - einander
gegenüberlagen. Die linkselbische Seite gewann dabei größere Bedeutung,
nicht zuletzt wegen des umfangreicheren Hinterlandes (rechts der
Elbe gab es schließlich nur die sandige Heide). Beide Orte trugen
den Namen "Drezdany", was soviel wie "Bewohner des
Sumpfwaldes" heißt.
Aus der Anlage
einer markgräflichen Burg im 12. Jahrhundert entwickelte sich der
heutige Kern Dresdens, die Altstadt. Der slawische Name wurde eingedeutscht;
zur besseren Unterscheidung erhielt der auf der rechten Elbseite
gelegene Teil nun die Bezeichnung "Altendresden". Dessen
Entwicklung wurde im weiteren bestimmt durch die Nähe zum größeren
Nachbarn.
Auf den in Form
eines slawischen Rundlings gestalteten Markt mündeten mehrere Handelsstraßen
aus Richtung Norden und Osten ein; eine inzwischen errichtete Brücke
(1275 zum ersten Mal erwähnt) stellte im Anschluß eine sichere Verbindung
über die Elbe her. An der Ostseite des Marktes er entsprach
in seiner Größe und Lage in etwa dem heutigen Neustädter Markt
befand sich das alte Rathaus,
ein freistehender Renaissancebau. Es entstand im 15. Jahrhundert
nach der Verleihung des Stadtrechtes. In dem Gebäude tagte gleichzeitig
das Gericht; im Ratskeller wurden die Beschlüsse zünftig begossen
(mit Freiberger Bier!).
Auch eine Kirche
existierte seit frühester Zeit. Anfang des 15. Jahrhunderts begonnen,
wurde sie im gotischen Stil vollendet und stand etwa dort, wo die
Heinrichstraße auf die Hauptstraße trifft.
Das Augustinerkloster,
1404 auf Veranlassung des Markgrafen gegründet, besaß ebenfalls
Bedeutung für Altendresden. Östlich des Marktes gelegen, wuchs das
Kloster zu beachtlicher Größe und besaß u.a. eine eigene Wasserleitung
(die es mit Wasser aus der Heide versorgte). Nach Brandschatzung
und Wiederaufbau wurde im Jahre 1539 auf allerhöchste Order dann
aber dessen Auflösung verfügt.
Nachdem das kleinere
Altendresden 1549 mit Dresden vereinigt war, sollte ein erster Befestigungsring
um beide Stadthälften entstehen. Obwohl damit angefangen wurde
hierfür mußten die Gebäude des Klosters weichen blieb der
Bau unvollendet; die Anlagen verfielen wieder. Schließlich führte
die Verlegung des kurfürstliches Jägerhofes nach Altendresden zu
einer teilweisen Neubebauung des Klostergeländes; 1617 wurde das
Jägerhaus (heute Museum
für Volkskunst) fertiggestellt.
Mit Beginn des 17.
Jahrhundert betrug die Einwohnerzahl schon mehr als 2000. Den größten
Anteil machten Handwerker und Gewerbetreibende aus, gefolgt von
Beamten, Studierten und Militärs. Kaum vorhanden waren Kaufleute
und Händler; Altendresden besaß als Handelsplatz nur geringe Bedeutung.
Das Milieu entsprach dem einer typischen Kleinstadt es gab
nur wenig inneren Verkehr; Fabriken und Theater waren nicht vorhanden.
Bestimmend war der Hausbesitz der Handwerker.
Im Laufe des Dreißigjährigen
Krieges ging die Zahl der Bewohner zurück; im Jahre 1682 waren von
den insgesamt 361 Häusern zwanzig unbewohnt oder verfallen. Die
Pest tat ein weiteres; ihr fielen mehrere hundert Menschen zum Opfer.
Als diese überstanden war, und eine allmähliche Besserung der Situation
einzutreten schien, traf die Stadt ein weiteres verheerendes Unglück
der Brand von 1685.
Am Morgen
des 6. August brach in einem Haus auf der Meißnischen Gasse (am
heutigen Palaisplatz) ein Feuer aus, das bis in die Nacht den Großteil
der Bebauung von Altendresden vernichtet hatte. Nur das Rathaus,
der kurfürstliche Jägerhof sowie einige Häuser an der Elbe überstanden
die Katastrophe. 331 Gebäude waren zerstört, unter ihnen die Kirche,
die Schule und die Pfarrei.
Für den Wiederaufbau
verantwortlich zeichnete Wolf Caspar von Klengel (1630-1691). Er
war seit 1656 kurfürstlicher Oberlandesbaumeister und als Oberkommandant
gleichzeitig zuständig für den seit 1684 erfolgten Ausbau der Festungsanlagen
um Dresden. Klengels Bebauungsplan
orientierte sich an italienischen Vorbildern der Straßen- und Platzgestaltung.
Als neue Hauptachse sollte eine breite Allee von der Elbbrücke nach
Norden zum Lausitzer Tor entstehen (die Hauptstraße). Wie beim Piazza
San Pietro vor dem Petersdom in Rom sollte sich der Straßenquerschnitt
stadtauswärts verjüngen, so war der optische Eindruck einer Verlängerung
gegeben. Bewußt ließ Klengel die zentrale Achse nicht direkt auf
die Brücke zulaufen; ein durchgehender Straßenzug besaß seiner Auffassung
nach weniger städtebaulichen Reiz. Er legte ein strahlen- und ringförmiges
Straßennetz an; bereits vorhandene Wege (wie die Rähnitzgasse) wurden
dabei mit einbezogen.
Für den Wiederaufbau
ihrer Gebäude bzw. den Neubau an anderer Stelle wurden die Hausbesitzer
mit steuerlichen Vergünstigungen gelockt. Eine Bautätigkeit begann
jedoch nur schleppend. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren schlecht
und auch der Plan von Klengel wurde nicht konsequent umgesetzt.
Nach mehreren Debatten setzten die Altendresdener Ratsmitglieder
durch, daß ihre Kirche an dem alten Platz wiederaufgebaut wird
mitten in der Achse der neuen Allee.
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