Waldbad Weixdorf. In der rechten Übersicht sind die Badekabinen rot hervorgehoben.

Im Jahre 1906 erwarb die Gemeinde Weixdorf das Gelände des ehemaligen Weixdorfer Großteiches zur Errichtung eines öffentlichen Freibades.

Der Großteich wurde 1560 als Hochwasserschutz für Weixdorf und die benachbarten Dörfer angelegt. Sein Wasserspiegel lag einige Meter über dem heutigen Bad; seine Wasserfläche betrug ein Vielfaches der jetzigen.

Ehemaliger Eigentümer des Großteiches war die Familie Schönburg-Waldenburg, ihnen zu Ehren erhielt das Bad den Namen "Prinz-Hermann-Bad" nach einem der Familienmitglieder.

Später änderte sich die Bezeichung in "Volksbad" und schließlich (ab den siebziger Jahren) in "Waldbad".


Badevergnügen vor siebzig Jahren. Die Aufnahme entstand anläßlich des 25-jährigen Bestehens des Bades im Jahre 1931.

Das Waldbad Weixdorf erstreckt sich auf einem Areal von 30 Hektar. Nur ein Viertel davon nimmt der Badeteich ein. Auf den ausgedehnten Freianlagen fanden zahlreiche Sommerhäuschen und Badekabinen Platz.

Die Kabinen stammen zum Teil von den ehemaligen Elbebädern, die mit zunehmender Verschmutzung des Flusses nach und nach geschlossen wurden.

 
"Krügers Schwimmanstalt" vor der Silhouette des Finanzministeriums am Neustädter Ufer, um 1900. Etwa 30 solcher Bäder existierten an der Elbe im Dresdner Stadtgebiet.
Von welchen Elbebädern später Teile nach Weixdorf kamen, konnte bisher leider nicht herausgefunden werden.
Einige der Kabinen sind von den Badegästen dauerhaft gemietet worden. Um die nur etwa einen Quadratmeter großen Unterkünfte für mehr als nur zum Umkleiden zu nutzen, erfolgte bei passender Gelegenheit und im Laufe der Jahre die Anmietung weiterer benachbarter Kabinen. Durch die Entfernung der Zwischenwände entstanden bewohnbare Räume für Wohnen und Schlafen, mit Küche und Toilette.


Einige der umgebauten Kabinenanlagen tragen besondere Namen. "Kamerun" (im Bild) z.B. deshalb, weil die Bewohner hier früher wegen fehlender Bäume von der Sonne besonders gebräunt wurden.

Das Haus des Bademeisters. Es soll ebenfalls von einem ehemaligen Elbebad stammen. An der rechten Seite sind die Hochwasserstände markiert; das schlimmste ereignete sich im Jahre 1958 (Markierung oberhalb des Fensters).
Das Gebäude dient gleichzeitig als Bootsausleihstation (Bild rechts)
Etwa 1000 Dauergäste verbringen die Saison im Waldbad. Dazu kommen jährlich etwa 70.000 Badegäste. Das ist zwar nur noch die Hälfte der Zahl vergangener Jahrzehnte (um 1970 wurde der Rekord mit 200.000 Besuchern erreicht), die Zukunft des Bades sieht dennoch positiv aus.

Nachdem Anfang der 90er Jahre das Bad geschlossen wurde, fand eine umfangreiche Sanierung statt. Die vom Flughafen Klotzsche über den Seifenbach (einen der drei Zuflüsse) eingeleiteten Verunreinigungen hatten zu Algenwuchs und starker Beeinträchtigung der Badequalität geführt. Durch umweltverbessernde Maßnahmen im Flughafenbereich wurde die Schadstoffbelastung deutlich gesenkt, gleichzeitig vermindert nun eine auf dem Teichboden aufgebrachte Kiesschicht die Aufwirbelung von Schlamm.

Nach Wiedereröffnung des Bades wurde auch der Gondelbetrieb reaktiviert. Neben einigen Ruderbooten zählt auch ein Tretboot zum schwimmenden Inventar.

Vom 3. bis 5. August wird das 95-jährige Jubiläum des Waldbades Weixdorf mit einem zünftigen Badfest gefeiert. Auf dem Programm stehen u.a. ein Neptunfest, ein Badewannenrennen und verschiedene Sportturniere.

Das Waldbad Weixdorf ist (außer mit dem Auto) mit der Straßenbahn Linie 7 oder mit der Eisenbahn zu erreichen - dafür gibt es sogar einen eigenen Bahnhof!

Foto- u. Quellennachweis:

Th. Kübler: Geschichte der Dresdner Elbebäder, Dresdner Geschichtsbuch Bd. 2, hg. v. Stadtmuseum Dresden
Fotos: Fotothek der SLUB, Archiv DNO

Dank an D. Zachmann und Familie Klust vom Waldbad Weixdorf


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