In der Nähe der Augustusburg im Erzgebirge lädt eine weitere Sehenswürdigkeit zum Besuch ein: der Hetzdorfer Viadukt.

Die für die Eisenbahnstrecke Dresden - Chemnitz 1869 in Betrieb genommene Brücke überspannt das Flöhatal westlich der kleinen Ortschaft Hetzdorf. Sie gilt mit 43 Metern als höchste einreihige Bogenbrücke Deutschlands, ihre Länge beträgt 328 Meter.

Trotz der 1992 erfolgten Stillegung bleibt der Viadukt als Technisches Denkmal weiter erhalten.



Abbildung links:
Die alte Bahnstrecke umging das Hetzbachtal und beschrieb stattdessen einen weiten Bogen am Westhang des Flöhatales.
Unterhalb des Hetzdorfer Viaduktes führt eine zweite Bahnstrecke entlang, die Verbindung nach Lengefeld.


Zur Geschichte: Bis Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten sich in Sachsen zwei Staatseisenbahnnetze - eines im ostsächsischen, eines im westsächsischen Raum herausgebildet. Zwischen beiden lagen die Höhenzüge des Ost- und Mittelerzgebirges, die eine direkte Verbindung vorerst verhinderten.

Erst ab 1862, mit zunehmenden technischen Fortschritt, begann der Bau der Strecke durch das topografisch schwierige Gelände. Mehrere Täler mußten überquert und beachtliche Höhenunterschiede überwunden werden. Die Einhaltung der für die Eisenbahn zulässigen Steigungen war nur durch eine kurvenreiche Trassenführung zu erreichen. Auch der Hetzdorfer Viadukt, dessen Grundsteinlegung 1866 erfolgte, verläuft in einer Kurve.

Der Hetzdorfer Viadukt noch in Betrieb.



Panoramaaufnahme im Flöhatal. Der Hetzdorfer Viadukt besitzt 4 große und 13 kleine Bogen, als Baumaterial wurde blaugrauer Gneis, Granit und Pirnaer Sandstein verwendet

Der Betrieb auf der zweigleisigen Hauptstrecke entwickelte sich rasch. Im Laufe der Zeit wurden die Geschwindigkeiten höher und die Maschinen schwerer. Nach über hundert Jahren des Dienstes zeigten sich Schwächen in der Konstruktion der Brücke. Problematisch waren außer der normalen Belastung die wegen des Kurvenradiusses auftretenden Fliehkräfte. Schon seit den siebziger Jahren durfte der Hetzdorfer Viadukt nur mit minimaler Geschwindigkeit befahren werden.

 

Im Jahre 1986 fiel die Entscheidung, das marode Bauwerk durch zwei neue Brücken bei gleichzeitig geänderter Streckenführung zu ersetzen. Wurde das Flöhatal bisher in einem weitläufigen Bogen überquert, so erfolgte nun der geradlinige Durchstich. Die neue Flöhatalbrücke besitzt eine Länge von 343,5 Metern und eine Höhe von 37 Metern. Die Brücke über das Hetzbachtal ist etwas kleiner. Mit dem Fahrplanwechsel 1992 ging die neue Strecke in Betrieb.

Blick vom Hetzdorfer Viadukt zur neuen Flöhatalbrücke.

Quellen: der modelleisenbahner 3/92, Internet
Fotos: me 2/78, Archiv DNO
Auf dem alten Hetzdorfer Viadukt sowie dem sich anschließenden stillgelegten Abschnitt wurde nach Abbau der Gleise und Fahrleitungsmasten (seit 1965 elektrischer Betrieb) ein Wanderweg angelegt. (rechts im Bild)

Den Hetzdorfer Viadukt erreicht man mit dem Auto über die B 173 bis Flöha und weiter Richtung Falkenau. Mit dem Zug ist es am bequemsten: Direkt unterhalb der Brücke befindet sich ein Bahnhof der Strecke Flöha - Lengefeld.

Zum Verlassen der Seite Browserfenster schließen

Copyright © 2001 Dresden Neustadt Online. Alle Rechte vorbehalten.