Auf halbem Wege zwischen Dresden und Freiberg erstreckt sich ein ausgedehntes, ca. 6.000 ha großes Waldgebiet, der sogenannte "Tharandter Wald". Wiederum in dessen Mitte befindet sich Grillenburg, ein beschaulicher Ort, der Bedeutung vor allem durch sein Jagdschloß erlangte. Schon im 12. Jahrhundert gründeten Benediktinermönche hier ein kleines Kloster. Es diente dann als kaiserliche Jagdpfalz.

Nach der Zerstörung durch die Hussiten im 15. Jahrhundert erfolgte erst ab 1554 eine Wiederbelebung des Ortes durch die Errichtung eines Jagdschlosses für August den Starken.


Übersichtskarte links:
Der Tharandter Wald beginnt westlich von Tharandt und reicht bis Naundorf in der Nähe von Freiberg.


Das Anwesen bestand aus Fürstenhaus, Jägerhaus, Schösserei, Schänken und Pferdeställen.

Davon blieb im Laufe der Zeit nur die Schösserei übrig, die nach einem Brand im Jahre 1654 in veränderter Form wieder aufgebaut und danach als Försterei genutzt wurde.
 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ließ sich der sächsische Gauleiter Martin Mutschmann im Jahre 1934 in Grillenburg ein neues Jagdschloß neben dem bestehenden errichten. Mutschmann, eine leidenschaftlicher Jäger und neben seiner Funktion als Gauleiter auch "Landesjägermeister", stattete seinen Jagdsitz großzügig aus: Neben Kegelbahn und einem weitläufigen Park gehörte auch eine eigene Bunkeranlage zum Bestand des Areals.

Nach 1945 fand sich andere Verwendung, sowohl für das alte, wie auch das neue Jagdschloß. Die forstwirtschaftliche Fakultät der Technischen Universität Dresden mit Sitz in Tharandt nutzt seit 1966 die Räume der ehemaligen Försterei für seine "Forstliche und Jagdkundliche Lehrschau".



Aus dem Mutschmann Bau wurde ein Erholungsheim für "Verfolgte des Naziregimes". Allerdings steht das Gebäude seit 1990 leer und wartet seitdem auf eine neue Nutzung.

  Abbildungen oben:
Das für den Gauleiter Mutschmann errichtete Jagdschloß befindet sich auf einer Anhöhe, oberhalb der alten Gebäude.

Über dem Eingangsportal hat sich der ehemalige Hausherr in seiner liebsten Pose verewigen lassen.

Grillenburg ist von Tharandt (Endpunkt der S-Bahn S5) aus per Fahrrad gut zu erreichen, vom Bahnhof Klingenberg ebenfalls zu Fuß (ca. 3 km). Zu empfehlen sind in Grillenburg auch Gondelfahrten auf dem Schlossteich.

Bild links:
Der Zugang zum alten Jagdschloß erfolgt über die um 1730 nach Plänen von Pöppelmann errichtete Sandsteinbrücke über den Gondelteich.
 

Foto- u. Quellennachweis:

Dresden Tourist
Heiko Dehn
TU Dresden
www.augustderstarke.de

Fotos: Archiv DNO


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