Übersichtskarte vom nordböhmischen Gebiet südlich des Osterzgebirges:
Der Ort Duchcov (rot eingekreist) südwestlich von Teplice ist mit dem Auto oder Fahrrad am besten über den Grenzübergang Zinnwald zu erreichen, mit der Bahn über Usti nad Labem.

Im nordböhmischen Industrierevier zwischen Most (Brüx) und Usti an der Elbe verbirgt sich im heutigen Duchcov, in unmittelbarer Nähe der Stadt Teplice (Teplitz), ein kulturelles Kleinod. - Schloß Dux wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf Veranlassung des Grafen Johann Friedrich von Waldstein, einem Nachfahren des berühmten Feldherren Wallenstein, erbaut. Bekannt ist das Schloß heutzutage aber durch eine andere Persönlichkeit.

Giacomo Casanova, auch Chevalier de Seingalt, wie er sich selbst nannte, verbrachte nach einer aufregenden Zeit des Herumreisens durch halb Europa seine letzten Lebensjahre auf Schloß Dux. Hier fand er die Gelegenheit, seine später veröffentlichten Memoiren aufzuschreiben, die nicht nur die zahlreichen frivolen Abenteuer ausführlich schildern, sondern auch Einblicke in eine durchaus außergewöhnliche Biographie gewähren.



Ansicht von Schloß Dux


Der alte Casanova in seinem Schreibzimmer

Foto- u. Quellennachweis:
www.sachsen-tip.de
spiegel-online

Fotos: DNO

Casanova wurde am 2. April 1725 in Venedig als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren und verbrachte in der Lagunenstadt seine Kindheit und Jugend. Später studierte er Jura und Theologie und war in beiden Bereichen für verschiedene Arbeitgeber tätig, allerdings mit mehreren Unterbrechungen. So versuchte er zwischenzeitlich u.a. eine militärische Laufbahn einzuschlagen und arbeitete als Geiger am Theater. In all den Jahren frönte Casanova nebenbei der Leidenschaft zum Glücksspiel und vergnügte sich mit seinen zahlreichen Liebschaften. Der lasterhafte Lebenswandel brachte ihn wegen "Gottlosigkeit" 1755 in die berüchtigten "Bleikammern" von Venedig. Doch aus der Kerkerhaft konnte er ein Jahr später entfliehen.

Im Jahre 1757 wurde Casanova zum Direktor der französischen Lotterie ernannt. Zu dieser Zeit betrieb er auch militärische Kundschafterdienste. Seine einflußreichen Kontakte ermöglichten ihm Audienzen beim Papst und Besuche an verschiedenen europäischen Höfen, z.B. Friedrichs des Großen, Josephs II. und Katherina der Großen. Ab 1784 arbeitete Casanova als Sekretär des venezianischen Botschafters in Wien. Ein Jahr später nahm er dann die Stelle des Bibliothekars auf Schloß Dux an und wandte sich, wie bereits beschrieben, verstärkt der Schriftstellerei zu. 1798 erkrankte er an einem schweren Blasenleiden und verstarb noch im gleichen Jahr am 4. Juni in Dux.

Seine Wohnräume im Schloß Dux blieben bis heute in fast originaler Ausstattung erhalten. Auch der Sessel, in dem Casanova starb, kann dort besichtigt werden. Die übrigen Räume des Schlosses wurden ebenfalls zum Museum umgestaltet und zeigen u.a. Kunstwerke aus den Sammlungen der Nationalgalerie und des Kunstgewerbemuseums in Prag.

Das Museum hat vom Mai bis September Di-So von 9 bis 18 Uhr geöffnet, im April und Oktober Mi-So von 9 bis 16 Uhr


Der Sessel, in dem Casanova starb. - Mit einer Rose zum Gedenken

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