Die Geschichte des Bischofsweges beginnt im 13. Jahrhundert, als die Meißner Bischöfe eine Verbindung von Meißen zu der als Nebensitz erworbenen Burg Stolpen anlegten.

Die kirchlichen Würdenträger hielten sich dabei von den bestehenden Handelswegen weitgehend fern und wählten stattdessen eine Route, die nördlich an Dresden vorbeiführte.

Abbildung links:
Der ehemalige Bischofsweg (rot dargestellt) im Bereich der Neustadt und im gesamten Dresdner Stadtgebiet (kleines Bild).

Gestrichelte Abschnitte sind heute nicht mehr vorhanden bzw. überbaut, gepunktete in ihrem Verlauf nicht eindeutig feststellbar. Die gelbe Linie markiert den heutigen Straßenzug Bürgerstraße - Fritz-Reuter-Straße - Bischofsweg - Stolpener Straße



Die Konkordienstraße in Pieschen - einst ein Teil des Bischofsweges. Das Alter sieht man der Straße stellenweise an.
 

Von Meißen ausgehend verlief der bischöfliche Weg linkselbisch bis zum Dörfchen Briesnitz, wo an einer Furt auf die andere Elbseite gewechselt wurde. Weiter ging es entlang der heutigen Scharfenberger und Kötzschenbrodaer Straße bis Pieschen und von dort über die Konkordienstraße (die Bürgerstraße entstand als Verbindung erst später) Richtung Neustadt. Hinter der alten Leipzig-Dresdner Eisenbahn führte die Trasse nördlich der Fritz-Reuter-Straße bis zum Bischofsplatz, wo der heutige Bischofsweg anfängt.

 
Der Bischofsweg, wie man ihn in der Neustadt heutzutage kennt. Die herrschaftlichen Häuser entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die Offiziere der naheliegenden Kasernen

Auf rund 300 Metern ist er bis zum Beginn des Alaunplatzes mit dem historischen Verlauf identisch. Dann schwenkte der alte Weg nördlich ab, um in Höhe der Jägerstraße an der Furt „Drey Stegen“ die Prießnitz zu queren. Die weitere Fortsetzung in östlicher Richtung ist heute weitgehend überbaut, jedoch noch an einigen Grundstücksgrenzen erkennbar.

Am Schotengrund (Albertpark) schloß der Bischofsweg in östlicher Richtung an eine bereits bestehende Verbindung über Bühlau und Weißig an, die gemeinsam mit dem öffentlichen Verkehr genutzt wurde. Mit dem Ausbau zur Bautzner Straße und der damit einhergehenden Zunahme des Verkehrsaufkommens wichen die Bischöfe später jedoch lieber in die Dresdner Heide aus. Teilweise benutzten sie dabei schon vorhandene Heidewege, so das "Hämmerchen", das "Doppel-E" (die Namen stammen von den jeweiligen Markierungszeichen) und den HG-Weg.


Der Bischofsweg am Heideausgang in Ullersdorf
  Östlich der Prießnitzüberquerung "Breite Furt" taucht der Bischofsweg wieder mit eigenem Namen auf. Nach dem Verlassen der Heide setzt er sich ab Ullersdorf über Kleinerkmannsdorf und durch den Karswald bis an die heutige Bundesstraße 6 hinter Rossendorf fort. Von dort führt die Straßenverbindung über Wilschdorf auf direktem Weg nach Stolpen.

Die Burg Stolpen ging Mitte des 16. Jahrhunderts aus kirchlichem Besitz in die Hände des sächsischen Kurfürsten über. Zwar hatte sich damit der eigentliche Zweck des Bischofsweges erfüllt, aber gänzlich verschwunden ist er nicht. An die einstige Bedeutung erinnern noch heute verschiedene Straßen in und um Dresden. Und die Tatsache, dass es in Radebeul-Zitzschewig ebenfalls einen "Bischofsweg" gibt, läßt vermuten, dass auch die Wegeführung Richtung Meißen über die Jahrhunderte nicht immer die gleiche blieb ...

 


Straßenschild bei Kleinerkmannsdorf.

Text:
J. Dudczak

Quellen:
Horst R. Rein, Klaus Brendler
Dresden-Nordwest.de / Trachauer Bürgerzeitung
M. Ruttkowski
(Verein Dresdner Heide)

Fotos/Grafik: DNO


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