Thema: Konzert im Societaetstheater

Große Musik an ungewohntem Ort

 

Sänger Robert Fisher und ein Teil der Willard Grant Conspiracy

Dass es ein Weihnachtskonzert sein sollte, hatte der Band-Chef selbst erst in der Ankündigung gelesen. Und in einem Theater zu spielen war für ihn ebenso wie für seine Bandkollegen überraschend. "It's something different from the Star Club" war denn auch der etwas lakonische Kommentar. Doch die WILLARD GRANT CONSPIRACY um den Sänger und Songschreiber Robert Fisher haben die Erfahrung, auch mit einer solchermaßen recht ungewohnten Situation umgehen zu können. Und so spielten sie am 12. Dezember auf der Großen Bühne im Societaetstheater mit dem gleichen Enthusiasmus wie bereits acht Monate zuvor bei ihrem letzten Besuch in Dresden, damals in dem bereits erwähnten Star Club. Das Feeling stimmte, sowohl bei den leisen Liedern, als auch bei den etwas lauteren. Allen gemein war der musikalische Ideenreichtum, dargeboten von Gitarre, Bass, Keybord, Violine und Schlagzeug, komplettiert durch Fishers Gesang mit seinen, vor allem von schwarzem Humor geprägten Texten. So ging es dann an dem Abend auch weniger um Weihnachten, als um die Schattenseiten des Alltags, um Vergänglichkeit und Tod. Der Funke der Lebendigkeit übertrug sich dennoch ziemlich schnell auf das Publikum. Und während der zugegebenermaßen etwas schwergewichtige Fisher auf der Bühne lieber saß als stand, hielt es die Zuhörer nur schwer auf den Plätzen. Doch außer Kopfnicken und rhythmischen Fußbewegungen konnten die ihrer Begeisterung kaum Ausdruck geben. Der Applaus nach dem rund anderthalbstündigen Konzert bewegte die Band dennoch zu einer anständigen Zugabe.

Das Konzert der Willard Grant Conspirancy steht in einer Reihe mit verschiedenen anderen Musikveranstaltungen, die in der Vergangenheit im Societaetstheater stattfanden. Und so sehr die Auswahl der bisher eingeladenen Künstler von einem hohen Anspruch des Hauses zeugt, scheinen die baulichen Gegebenheiten für Veranstaltungen solcher Art eigentlich nicht geeignet zu sein. So ist vielleicht auch die unlängst getroffene Entscheidung zu verstehen, den bisherigen Geschäftsführer des Societaetstheaters, Andreas Grosse, von seinem Posten abzulösen. Er hatte sich für eine verstärkte musikalische Nutzung des Hauses eingesetzt. Obwohl wir die Gründe des Personalwechsels nur vermuten können, soll angesichts der in den letzten Jahren erreichten Erfolge die von Andreas Grosse geleistete Arbeit an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gewürdigt werden.


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 20.12.2004