Thema: Wasserwerk Albertstadt

Wasser für die Kasernenstadt

 
125 PS: der Elektromotor für die Wasserpumpe

Als ab 1873 die Albertstadt als neue Kasernenstadt angelegt wurde, war das Wasserwerk Saloppe schon fast fertig. 1875 wurde es in Betrieb genommen und lieferte das Trinkwasser für den gesamten Dresdner Norden wie auch für die damals noch selbständige Albertstadt. Um die Jahrhundertwende reichte dessen Kapazität schon nicht mehr aus. Das Königlich-Sächsische Kriegsministerium beschloss, ein eigenes Wasserwerk an der heutigen Charlottenstraße zu bauen.

Voruntersuchungen ergaben dann, dass ein Hochbehälter mit einem Oberwasserspiegel auf einer Höhe von ca. 210 ü. NN benötigt würde. Der Wasserbedarf wurde mit 2.000 qqm/Tag eingeschätzt. Das hätte die "Saloppe" zwar noch mit abdecken können, nicht aber im Fall einer Havarie oder eines Brandes. Und: Sicher ist sicher - das neue Wasserwerk wurde gebaut. 1901 legte das "Technische Büro für Wasserleitungs- und Kanalisationsbau, Ingenieur F. Salbach Dresden" einen entsprechenden Entwurf vor. Dieser sah eine elektrisch betriebene Fördertechnik vor, einer der beiden 125 PS starken Motoren und das dazugehörige Schwungrad sind heute noch im Original erhalten. Die Pumpenanlage lieferte die Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau, die Elektromotoren die Firma Pöge Chemnitz.

Den wichtigsten Teil des Wasserwerkes bildet der 2,50 Meter breite und 13,80 Meter tiefe Brunnen unter dem Boden des Pumpenschachtes - in einer Tiefe von über 32 Metern. Das Grundwasser wurde hier angesaugt und bis zu dem 120 Meter höher gelegenen Behälter an der Schwedenschanze in der Heide gepumpt. Im Jahr 1908 wurde außerdem noch ein zweiter, größerer, Hochbehälter gebaut.

Zum Projekt des Wasserwerkes gehörten neben dem Maschinenhaus auch noch ein Wohnhaus mit zwei Maschinistenwohnungen auf dem Gelände, das ebenfalls heute noch erhalten ist. 1915 wurde schließlich noch ein zweiter Brunnen gebohrt, da mit den 1. Weltkrieg der Wasserverbrauch erheblich zugenommen hatte.

Geringer wurde der Wasserverbrauch dann erst wieder in den 90-er Jahren - nach der Wende. 1995 wurden die Gebäude saniert und die Technik erneuert, 1999 ging das Wasserwerk Albertstadt vom Netz. Drei Jahre später - 2002 - wurden die Pumpen wieder angeschaltet: zur Brauchwasserversorgung für Infineon.


Text+Foto: Steffi Mitzscherling, Stadtteilzeitung "Die Neustadt"


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 28.09.2004