Thema: Der 20. Juli 1944

Die Dresdner Garnison und der 20. Juli

 
Lehrgangsteilnehmer an der Dresdner Infanterieschule in der Albertstadt 1927, mit dabei: Claus Graf Schenk von Stauffenberg (rechts oben)

Das Ende des Ersten Weltkriegs und der Versailler Vertrag bedeuteten nach 1918 auch für die Dresdner Garnison zunächst einmal das Aus. Doch schon drei Jahre später wurden mit der Gründung der Deutschen Reichswehr die Kasernen in der Albertstadt - wenn auch in einem stark reduzierten Umfang - erneut militärisch genutzt. In Dresden war von nun an die 4. Division der Reichswehr stationiert. Die Garnison wies eine Stärke von ca. 2.100 Mann auf. Ihr gehörten in den zwanziger Jahren u.a. der Hauptmann Hans Oster beim Stab der 4. Reichswehrdivision sowie Major von Witzleben, Hauptmann Thomas und der spätere General Friedrich Obricht an. Oberst Ludwig Beck war zu dieser Zeit Artillerieführer im Dresdner Wehrkreis. Alle Genannten waren später mehr oder weniger direkt an dem gescheiterten Attentatsversuch auf Hitler am 20. Juli 1944 und an der Operation "Walküre" beteiligt. Der maßgebliche Initiator der Aktion, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, besuchte 1927 als Fähnrich für ein Jahr die Dresdner Infanterieschule in der Albertstadt. Der damalige Kommandeur der Schule, von Falkenhausen, war später ebenso wie der als Lehroffizier dort tätige Heinrich von Stülpnagel in die Ereignisse vom 20. Juli verwickelt. Wie eng die persönlichen Kontakte zwischen den Verschwörern schon zu Reichswehr-Zeiten geknüpft wurden, läßt sich heute nur vermuten. Sicher ist jedoch, dass z.B. Hans Oster auch nach seiner Versetzung nach Hannover und später auch nach seiner unfreiwilligen Entlassung aus der Wehrmacht als Verbindungsmann die Kontakte zum Wehrkreis IV in Dresden weiterhin aufrecht erhielt.

Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Friedrich Olbricht gehörten zu den vier Hauptbeschuldigten, die noch in der Nacht nach dem gescheiterten Attentat in Berlin standrechtlich erschossen wurden. Ebenso Ludwig Beck, dessen Selbstmordversuch mißlang. Viele der Mitverschwörer sind von Freislers Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und später hingerichtet worden. Hans Oster starb am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in der Broschüre "Dresdner Hefte Nr. 53", herausgegeben vom Dresdner Geschichtsverein e.V.


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