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Schokolade
aus der Neustadt
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Werbeplakat
für Süßwaren von Jordan & Timaeus aus dem
Jahre 1899 |
Gottfried
Heinrich Christoph Jordan (1791-1860) und August Friedrich Christian
Timaeus (1794-1875) gründeten 1823 auf dem Sande vor dem Schwarzen
Tor, also in der heutigen Äußeren Neustadt, eine Zichorien-
und Schokoladenfabrik (Zichorie ist eine wilde Form des Chicoree,
die geröstet als Kaffeeersatz genutzt wird). Bei Jordan &
Timaeus wurden Trink- und Speisechocoladen, Cacaos, Thee,
Christbaum-Confecte, Lebkuchen hergestellt. Die Firma war
nach eigener Werbung die älteste ihrer Art in Deutschland.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts war sie mit etwa 200 Beschäftigten
eine der größten der Stadt, bevor sie u.a. mit Otto &
Rüger, Petzold & Aulhorn (PEA) und Hartwig & Vogel
starke innerstädtische Konkurrenz bekam. Sie wurde von den
Nachkommen Ernst Jordan sowie Eduard, Albert und Gerhard Timaeus
weitergeführt. Die Fabrik, die auch Filialen auf der Schlossstraße
und dem Kaiser-Wilhelm-Platz (Palaisplatz) hatte, wurde in den 30er
Jahren des 20. Jahrhunderts abgerissen. An ihrer Stelle entstanden
Wohnbauten und eine neue Straße.
Schokolade
wurde in der Neustadt jedoch nicht nur bei Jordan & Timaeus
hergestellt, sondern auch in der Kakao-, Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik
von Richard Selbmann. 1877 gegründet, befand sie sich seit
1886 an der Eschenstraße Ecke Dammweg. Später kam noch
ein Gebäudekomplex an der Königsbrücker Straße
hinzu. Doch auch diesen Betrieb gibt es nicht mehr. Die Räumlichkeiten
am Dammweg werden heutzutage von der Diskothek "Flower Power"
genutzt.
Text: Falk Hensel / J. Dudczak
Quellen:
IG Äußere Neustadt e.V. (Hrsg.), Die Äußere
Neustadt, Dresden 1995; Dresdner Geschichtsverein e.V., Dresden.
Die Geschichte der Stadt, Dresden 2002
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