
Werden
auf der einstigen Schlesischen Bahn bald nur noch Regionalzüge
verkehren? - Aufnahme an der Heeresbäckerei |
|
Bahn
im Abseits
"Ein
fatales Signal und eine fatale Entscheidung", äußerte
Oberbürgermeister Ingolf Roßberg bezüglich der Ankündigung
der Deutschen Bahn, die Direktverbindung zwischen den beiden Partnerstädten
Dresden und Breslau (Wroclaw) zum Ende des Jahres einzustellen.
Der ausgebildete Verkehrsingenieur muß es wissen. Die mangelnde
Nachfrage hält auch er nur für ein Scheinargument, denn
die Verbindungen wurden zeitlich so ungünstig gelegt, dass
deren Nutzung zwangsläufig gering bleiben musste. Ein Tagesausflug
nach Breslau z.B. ist von Dresden aus schier unmöglich. Denn
wenn der erste Zug die schlesische Hauptstadt erreicht hat (gegen
16 Uhr), ist dort schon fünf Stunden zuvor der letzte in der
Gegenrichtung abgefahren. Doch auch für die Fahrt selbst muß
man genug Zeit mitbringen. Wurde vor dem Krieg die Verbindung Dresden
- Breslau von den Schnellzügen noch in knapp vier Stunden bewältigt,
benötigt der InterRegio für die gleiche Strecke heutzutage
etwa eine Stunde mehr. Einen Ausbau der Strecke nach Görlitz
für Geschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometer und
eine damit einhergehende Verkürzung der Fahrzeiten hält
jedoch auch das Bundesverkehrsministerium nicht für erforderlich.
Wer
zukünftig also zwischen der sächsischen und der schlesischen
Metropole reisen will, wird vorzugsweise das Auto nehmen. Doch auch
damit sieht es nicht viel besser aus. Zwar kommt man auf der ausgebauten
A4 bis zur Grenze recht zügig voran, auf polnischer Seite ist
der weitere Weg über die einstige Reichsautobahn Berlin - Breslau
aber aufgrund der zahlreichen Baustellen ebenfalls kein Vergnügen.
Abgesehen davon hat auch nicht jeder ein Auto. Oder vielleicht:
noch nicht!?
zurück
|