Thema: Das "Scheffelsche Gut"

Ein verschwundenes Kleinod an der Friedensstraße

von Hans Ruben

 

Jahrhunderte lang bildete das einst so prächtige Scheffelsche Gut einen markanten Vorposten von Altendresden und der Neustadt. Dass nach und nach die Grundlage für Feld- und Viehwirtschaft auf den Fluren bis zur Großenhainer Straße eingeengt wurde, entdecken wir auf der 1930 entstandenen Zeichnung. Kein Feuer, kein Rauch? Und überhaupt: Wo steht der krähende Hahn? Wo wirbeln die Hühner, Ferkel und Tauben im Hof? Geschlossen auch das Scheunentor; kein Durst quält die Pumpe, und ein Hofhund, der sich im Haus versteckt! Es scheint eine freudlose Sonntagsruhe zu herrschen und das Gehöft zu schlafen.
Doch so, wie wir es auch heute weithin kennen, wird ein trauriges Haus mit großen Räumen und sicherem Dach schnell anderweitig genutzt.
Schon bald betrieb Max Beckel im alten Gut an der Friedensstraße eine Kohlehandlung und Franz Hojas eine Biergroßhandlung. Marta Witschorek verkaufte hier Milchprodukte, und Franz Schneider mühte sich als Produktenhändler. - Vielfältig wurde das Scheffelsche Gut in der Folgezeit genutzt, bis es in den 1970-er Jahren abgetragen wurde.
Was bleibt, ist immobil und kann wieder zeitgemäß die Marktbedürfnisse bedienen. Heute sind das ein Garagenkomplex, Hotelparkplatz und Kleingärten. Abgesehen vom Verkehrslärm, scheint der Name des Gartenvereins "Friedenseck" eine treffende Erinnerung an das alte Gut zu sein.


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 05.05.2003