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Eine
Eiche zum Gedenken
Vom
22. bis 25. Juli 1865 trafen sich 16.000 Sänger aus allen Teilen
des deutschsprachigen Raumes zum ersten Deutschen Sängerbundesfest
in Dresden. Eigens dafür wurde auf den Elbwiesen unterhalb
des Waldschlößchens eine Festhalle von 155 Metern Länge
und 70 Metern Breite erbaut, die neben den Sängern noch Platz
für 20.000 Gäste bot. Geplant hatte sie der Architekt
Ernst Giese, der ein paar Jahre später auch die Martin-Luther-Kirche
in der Neustadt entwarf.
Rund
300.000 Menschen hielten sich während der Festtage in Dresden
auf, das Doppelte der damaligen Einwohnerzahl. Den Höhepunkt
der viertägigen Veranstaltung bildete ein Festumzug von der
Innenstadt zum Festgelände, dem 200.000 Zuschauer beiwohnten.
Finanziell
gesehen war das Unternehmen zwar ein Fiasko, doch die Veranstalter
wußten sich zu rechtfertigen: "Eine Nation, die bei einer
solchen Feier sich nicht berauscht und ein Uebriges thut, würde
uns als eine geradezu verlorene zu erscheinen haben, [...] Man schelte
uns nicht wegen ein paar Tausend verschwendeter Thaler!" In
der Tat ging es bei dem Fest auch um ein Zeichen für die Überwindung
der deutschen Kleinstaaterei. Doch diese Hoffnung mußte bereits
ein Jahr später wieder begraben werden, als sich Preußen
und Österreich, die beiden Großmächte im Deutschen
Bund, gegenseitig den Krieg erklärten.

Die
"Sängereiche" am Waldschlößchen |
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Vom
Sängerbundesfest blieben nur wenige Spuren zurück. Die
Festhalle erlitt bereits kurz nach Ende des Festes durch einen Sturm
beträchtlichen Schaden und wurde bis zum November des Jahres
abgerissen. An ihrer Stelle wurde eine Eiche gepflanzt, die noch
heute steht und im Laufe der Jahre eine beachtliche Größe
erreicht hat. In früheren Zeiten erinnerte auch die Sängerstraße
(heute Louis-Braille-Straße) mit ihrem Namen an das Sängerbundesfest.
Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der
Stiftung Dokumentations- und Forschungs-Zentrum des Deutschen Chorwesens
- www.saengermuseum.de
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