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Radiogeschichte
im Dresdner Norden
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Werksplakat
von Radio-Mende aus den dreißiger Jahren |
Wo
heute das Tanztheater "Derevo" seine Stücke probt,
wurde einst ein Stück deutsche Radiogeschichte geschrieben.
Denn als die für das sächsische Heer erbauten Werkstätten
nach Ende des Ersten Weltkrieges für die militärische
Nutzung aufgegeben werden mußten, gründete Hermann Mende
in den leerstehenden Gebäuden an der Planitzstraße (heute
Meschwitzstraße) ein Unternehmen zur Herstellung von Radiogeräten.
Das war 1923. Zwei Jahre später übernahm sein Neffe Martin
Mende das Geschäft und baute es weiter aus. "Radio-Mende"
entwickelte sich zu einem der bedeutenden Marktführer, in den
dreißiger Jahren unter anderem auch durch die Fabrikation
der sogenannten "Volksempfänger". Während des
Zweiten Weltkrieges arbeitete der Betrieb hauptsächlich für
die Rüstung und beschäftigte zahlreiche Zwangsarbeiter.
Nach 1945 folgte die Beschlagnahme und Demontage durch die sowjetische
Besatzungsmacht. Unter der Leitung von Martin Mende wurde die Produktion
im Jahre 1947 unter dem Namen "Nordmende" in Bremen neu
aufgenommen. Die Anlagen in Dresden wurden verstaatlicht. Im "VEB
Funkwerk Dresden" sind bis in die sechziger Jahre zwar auch
weiterhin Radios hergestellt worden, gefertigt wurden aber vor allem
Funk- und Meßgeräte. Als VEB Meßelektronik "Otto
Schön" erfolgte dann die Eingliederung in den 1969 gegründeten
Kombinatsbetrieb ROBOTRON; die Betriebsleitung zog in den neuen
Firmenkomplex am Pirnaischen Platz um. Nach der Wende wurde das
Unternehmen "abgewickelt"; die Räumlichkeiten im
Industriegelände stehen seitdem leer oder werden für andere
Zwecke genutzt (z.B. als Probebühne).
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Panorama-Ansicht auf einen
Teil der ehemaligen Fabrikanlagen; zuletzt genutzt als "DEREVO-Laboratorium"
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Foto:
DEREVO
Wir
danken Herrn Detlef Menzel und dem Tanztheater DEREVO für die
inhaltliche Unterstützung!
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