Porträt des Monats: Beate Baum

"Wie sich ein Fall löst, entsteht oft erst beim Schreiben"

 

Beate Baum

Agatha Christie, Ruth Rendell, P. D. James, Elizabeth George, Beate Baum... Vier weltweit bekannte Frauen aus Großbritannien und den USA und eine Wahldresdnerin - was vereint sie? Klar, alle fünf schreiben Krimis. Die Berühmtheit ihrer Kolleginnen hat die gebürtige Dortmunderin Beate Baum vielleicht noch nicht erlangt, zwei Bücher sind dennoch schon veröffentlicht, "Dresdner Silberlinge" und "Dresdner Geschäfte". Ein drittes Buch mit dem bewährten Figurenensemble um die Journalistin Kirsten Bertram und ihren Kollegen Andreas Rönn wird voraussichtlich im Frühjahr 2006 beim Aufbau Taschenbuch Verlag erscheinen. Obwohl Beate Baums Krimis alle in Dresden spielen, soll der dritte den Namen der Stadt nicht mehr im Titel tragen: "Ich möchte auch außerhalb bekannter werden, deshalb habe ich jetzt auf den Dresden-Bezug im Titel verzichtet. Zunächst heißt das Buch "Tödlicher Druck", das kann sich aber noch ändern."

Beate Baum wohnt seit 1998 in Dresden und sagt von sich, "ja, ich bin mittlerweile Neustädterin". Noch ist ihr Heim ein Mietshaus auf dem Dammweg. Mit ihrem Lebensgefährten lässt die zierliche braungelockte 41jährige jedoch ein ehemaliges Pferdehändlerhaus auf der Rudolfstraße sanieren. Neustädterin wird sie also bleiben. Auch ihre Mixtur aus verschiedenen Tätigkeiten will sie beibehalten: Als Journalistin ist sie ausgebildet, das ist auch ihr "Brotberuf", wie sie es nennt. Beate Baum schreibt Artikel und Rezensionen für die "DNN" und "Blitz". In der verbleibenden Zeit, mal mehr, mal weniger, arbeitet sie an ihren Büchern. "Es begann eigentlich als Spielerei", erinnert sie sich. "1991 musste ich meine Magisterarbeit schreiben und habe immer nachts als Spaß und Ausgleich Krimis geschrieben - und um meine Fähigkeiten am Computer zu trainieren." Jetzt geht sie an ihre Geschichten zielbewusster heran. Der Anfang ergibt sich trotzdem oft zufällig. "Meine Figuren kenne ich wie gute Freunde. Plötzlich fällt mir eine Situation ein, in die sie geraten könnten. Dann überlege ich, was kriminalistisch dazu passt." Ausgangslage, Täter, Motiv stehen von Anfang an fest, die Lösung des Falles ergibt sich beim Schreiben.

Ein Krimi sei gleichzeitig leicht und schwer zu schreiben, findet Beate Baum. Der logische Aufbau, die Struktur, dass der Leser durch die logische Knobelei bei der Stange bleibt, all das macht es leicht. "Es muss aber auch alles passen. Wie leicht übersieht man einen verräterischen Fingerabdruck - und der Leser merkt das." Wenn ein Buch nach etwa einem dreiviertel Jahr fertig ist, gibt Beate Baum deshalb das Manuskript immer noch zwei Freunden zum Lesen. " Mein unerbittlichster Kritiker ist aber mein Freund. Als Physiker findet er wirklich jeden logischen Fehler!"


Text + Foto: Beate Diederichs


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 02.03.2005