Porträt des Monats: Juliane Hackbeil

Hobbyzeichnerin aus Leidenschaft

 

Juliane Hackbeil

Die heiligen drei Könige sind in Gefahr. Nichtsahnend kommen zwei davon mit ihren Geschenken, der dritte hält etwas unorthodox ein Kamel am Halfter. Vom Himmel allerdings fällt die Buchhandlung "Lesezeichen" und droht die unachtsamen Monarchen zu erschlagen... Nein, die Bibel muss nicht geändert werden. Die beschriebene Szene findet nur auf dem diesjährigen Neustadt-Adventskalender statt. Entsprungen ist sie der Phantasie der Dresdnerin Juliane Hackbeil. Sie gestaltet gemeinsam mit Klaudia Kroening, Sigrid und Malte Bardt und Dorothea Goldhahn dieses Jahr bereits den siebenten Kalender - alles ehrenamtlich.

"Wir beginnen mit der Arbeit am Adventskalender normalerweise zu einer Zeit, wo keiner an Weihnachten denkt, nämlich im Sommer. Spätestens im August sind die Zeichnungen fertig, so dass der Kalender im Herbst aus der Druckerei kommt und Anfang November in den Läden liegen kann", erzählt Juliane Hackbeil. Dabei zeichnet die 42jährige mit Aquarellfarbe, Tusche und Feder Neustadtmotive, die ihre Kollegin Klaudia Kroening zuvor fotografiert hat. Jedes Jahr verändert sich der Kalender etwas: Diesmal beispielsweise hat er ein längliches Format und ist so geeignet zum Aufhängen. Die typischen Elemente sind aber geblieben: Es steckt keine Schokolade drin, die Bilder im Türchen haben einen Bezug zum Vordergrund, und man kann den Kalender auf B4-Größe falten und verschicken. Das ist wichtig, denn er hat Fans in ganz Deutschland und Europa, sogar in den USA und Kanada.

Kein Wunder, ist der Neustadt-Kalender doch nach Wissen seiner Zeichnerin der einzige Stadtteilkalender in Deutschland. Dabei ist Juliane Hackbeil gar keine Neustädterin, sondern wohnt mit ihren drei Kindern, die 18, 14 und 8 sind, in Hellerau. "Die Idee stammt von Sigrid Bardt. Sie fühlt sich in der Neustadt so wohl, dass sie Motive von hier in einem Adventskalender verewigen wollte." Die gemeinsame Freundin Klaudia Kroening gewann dann die Hobbyzeichnerin Juliane Hackbeil für den kreativen Teil. Den Reingewinn nach Abzug der teilweise beträchtlichen Produktionskosten stecken sich die fünf Macher nicht selbst in die Tasche, sondern er geht an den Musikverein der Martin-Luther-Kirche.

Wer jetzt allerdings glaubt, dass er sich bald einen Original-Hackbeil neben den Adventskalender ins Wohnzimmer hängen kann, hofft vergebens. "Ich zeichne sonst nur für den Hausgebrauch", sagt die ruhige Frau mit den kurzen braunen Haaren. Ihre Brötchen verdient sie als Kindergärtnerin beim Waldorfkindergarten. Dennoch ist sie keine reine Autodidaktin. Während ihrer gesamten Schulzeit besuchte die gebürtige Weimarerin Zeichenzirkel, nach dem Abitur folgten zwei Jahre Abendstudium an der Dresdner Kunsthochschule. Mit Beruf und drei Kindern bleibt aber jetzt nicht viel Zeit für die Kunst. "Wenn die Kinder raus sind, werde ich sicher mehr zeichnen, aber keine weitere Malausbildung machen." Sie sei sehr gern Kindergärtnerin und dankbar für ihren Beruf, der sie davor bewahre, Zeichenaufträge nur des Geldes wegen annehmen zu müssen. "Mitunter ist es ganz gut, wenn das Hobby Hobby bleibt". Als Ausgleich zu Beruf und Hobby ist Juliane Hackbeil gern draußen, wandert, fährt Rad oder läuft. Oder sie trifft sich mit ihren Freunden, geht ins Theater... oder einfach in die Neustadt. Nebenbei findet sich da vielleicht das eine oder andere interessante Motiv, denn der nächste Adventskalender kommt bestimmt!


Text + Foto: Beate Diederichs


zurück

 

Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 03.12.2004