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"Das
Miteinander verschiedener Spielertypen fasziniert mich"
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Jochen
Stobernack
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Er
selber kämpft nicht mehr um das eiförmige Leder. Ab und
zu spielt er Baseball mit einem Kollegen. Dennoch bestimmt der American
Football Jochen Stobernacks Leben auch als Trainer. Besonders seit
dem 16. Oktober, denn da wurde er Head Coach der Dresden Monarchs.
Als Nachfolger des Amerikaners Clifford Madison und des Spaniers
Javier Cook dirigiert der gebürtige Berliner als vierter Cheftrainer
seit Vereinsgründung die Geschicke des Dresdner Footballteams.
Stobernacks Aufgabe ist es, gemäß der neuen Vereinsstrategie
die Nachwuchsarbeit zu stärken. So sollen die Mannschaften,
die augenblicklich mit einem "eher kleinen Kader" spielen
müssen, in Zukunft ihre Besetzung aus einer größeren,
aber trotzdem qualitativ guten Basis auswählen können.
"Wir werden immer noch Spieler einkaufen, aber weniger als
früher", sagt der 33jährige, der auch als Jugendtrainer
eingesetzt ist. Auf diese Art könne man den Verein auch finanziell
konsolidieren.
Bereits
seit 2002 arbeitet Jochen Stobernack bei den Dresden Monarchs als
Defense Coordinator, eine Art Assistenztrainer, der für die
Verteidigung zuständig ist. Er bewundert die sportliche Entwicklung
des Teams: "In zehn Jahren von ganz unten in die erste Liga
aufzusteigen - das ist toll!" Vor seiner Dresdner Zeit trainierte
der gelernte Kaufmann für audiovisuelle Medien in der Bundeshauptstadt
die Berlin-Auswahl und die Thunderbirds. Sein erstes Team als Spieler
war kurioserweise eins, das heute in der German Football League
gegen die Monarchs spielt, die Berlin Adler. "Ein Kumpel hat
mich dahin geschleppt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht gewusst,
was American Football ist", erinnert sich Stobernack. In den
folgenden Jahren lernte er den Sport kennen - und lieben. "American
Football ist die einzige Sportart, wo ganz verschiedene Charaktere
und Spielertypen aufeinandertreffen. Zwischen einem Riesen in der
Offense Line, dem Angriff, und einem vergleichsweise kleinen, wendigen
Ballfänger kann es schon mal einen Gewichtsunterschied von
70 Kilo geben. Dennoch spielen beide in einer Mannschaft, und ihre
speziellen Qualitäten passen perfekt zu ihren jeweiligen Positionen."
Bei den Monarchs sind fast alle, ob nun groß oder klein, Amateure.
Nur die Importspieler, in der Regel Amerikaner, haben Profistatus.
Davon dürfen aber pro Spiel nur zwei eingesetzt werden.
Die
Saison 2004 ist abgeschlossen. Bis zum Beginn der nächsten
im April 2005 absolviert Jochen Stobernack mit den Footballern das
"Off-Season-Programm". Das heißt ein bis zwei Mal
pro Woche Hallen- oder Feldtraining, plus Krafttraining im Fitnessstudio
des Vertrauens. Während der Saison, von April bis Oktober,
ist das Programm härter. Zum dreimaligen Training kommen dann
noch fast jeden Sonnabend die Punktspiele. Und Jochen Stobernack
betreut außer der Männermannschaft, die in der German
Football League spielt, der höchsten deutschen Liga, noch eine
Jugendmannschaft. Viel Freizeit bleibt während dieser Zeit
nicht, auch nicht, um zur Freundin zu fahren, die noch in Berlin
wohnt. Das muss dann im Winterhalbjahr nachgeholt werden. Denn:
"Der Football war zuerst da!"
Text + Foto: Beate Diederichs
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