Porträt des Monats: Paul Simang
 

Paul Simang

Wer "Insider" der Kultur- und Musikszene ist, hat auf jeden Fall schon mit ihm zu tun gehabt. "Scheune-Booker" Paul Simang zeichnet seit fünf Jahren für die kulturellen Angebote des "großen Clubs". 1976 in Thüringen geboren, in Radebeul eingeschult, studierte er später acht Semester Jura, um dann für diesen Job zu exmatrikulieren. "Seitdem gab es keine Karrieresprünge mehr", sagt er mit einem Lächeln.

Sein Job besteht aus etwa "70 Prozent Verwaltung", die übrige Zeit bleibt für Kreativität. Es ist ein kompakter Ablauf in einem Veranstaltungsbetrieb, "verglichen mit einem Förderband bin ich von Anfang bis Ende dabei". Das birgt den Vorteil, sich nie zu weit von (s)einer Sache zu entfernen. Anfänglich fünf, heute zwei Mitarbeiter - beides ist nicht das richtige Maß der Arbeitsteilung.

Die Idee der Privatisierung der Scheune ist für ihn nachvollziehbar und vom Zeitpunkt eigentlich recht spät: das "Einsparklima" im Stadtrat kann einer vernünftigen Umwandlung schaden. "Was das für mich persönlich bedeutet, wird sich zeigen", seine berufliche Meinung hat mehr Volumen. Der Ansatz kommunaler Kulturbetriebe sei aus Sicht der Sicherheiten gut, aber in seinen Hierachien oft zu starr und unflexibel. "Innovationen der Kultur- und Musiklandschaft kommen eher nicht aus solchen Einrichtungen." Das Engagement der Stadt sieht er im Stützen und Fördern über flexiblere Wege besser untergebracht.

Die Funktion der Scheune kann als Begleitung der Entwicklung von, für ihn untrennbar zusammen gehörender, Kunst und Kultur angesehen werden. "Wer es schafft, mit seiner Musik minimal für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, hat mehr Möglichkeiten, sich um seine Kunst zu kümmern." (ni).

Foto: privat


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 04.06.2004