Porträt des Monats: Albrecht Nollau

Heimat auf Zeit anbieten

 

Nicht neu in der Neustadt: Albrecht Nollau

Das schwierigste war die Suche nach einem Kita-Platz für seine beiden Söhne. Als das geklärt war, sagte Albrecht Nollau "Ja, mach ich". Seit Ende März ist der 41-Jährige neuer Superintendent der Kirchenbezirks Dresden Nord und Pfarrer im Kirchspiel Dresden-Neustadt.

Albrecht Nollau kehrt damit in seine Heimatstadt zurück. Vorher hatte er acht Jahre lang den Kirchgemeindeverband in Freiberg geleitet - und sich dort seine Meriten verdient: mit der Finanzverwaltung von 20 Kirchgemeinden und zwei Kindergärten.

Trotzdem ist Nollau nicht nur der kühle Rechner. Sein neues Amt sieht er nicht als "Flucht vor der Gemeinde". Er will auch weiterhin Gottesdienste und Konfirmandenunterricht halten. "Irgend jemand muss mir doch erklären, wie man mit T9 SMS verschickt!"

Was Nollau hier scherzhaft anspricht, ist die Entfernung der Institution Kirche von ihren Mitgliedern. "Dass der Pfarrer in erster Linie eine Amtsperson ist, müssen wir ein bisschen abbauen". Wichtig ist ihm, "gesellschaftlichen Kontakt zu halten". "Die Kirche" soll dabei keine Antworten geben, aber die aktuellen Fragestellungen beachten. "Die Theologie muss auf die Straße gehen", nennt er das. Dafür dürften ruhig ein paar theologische Wahrheiten in die Archive verfrachtet werden.

Der Wechsel vom beschaulichen Freiberg in die von hoher Fluktuation gekennzeichnete Äußere Neustadt schreckt ihn nicht. "Vielleicht können wir den Leuten ja hier Heimat auf Zeit anbieten. Das wär doch schon was." (mi)


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 08.04.2004