Porträt des Monats: Friedrich Boltz

Friedrich Boltz
 

Konsequent und meistens quer

1.700 Einwendungen zur Waldschlösschenbrücke liegen im Regierungspräsidium auf dem Tisch. "Es ist erstaunlich, wie viele und ganz unterschiedliche Leute die Stadtverwaltung jetzt in die Zange nehmen", sagt Friedrich Boltz leicht überrascht. Einen entscheidenden Anteil daran hat er selbst.

Als sich Anfang April diesen Jahres die Bürgerinitiative Waldschlösschenbrücke zusammenfand, entschied Boltz: Da mach ich mit. "Bis dahin hatte ich diese Planung als so absurd angesehen, dass ich dachte: Das erledigt sich von selbst." Tat es nicht. Vier Wochen, von Mitte März bis April, hatten die Bürger Zeit, die geänderten Pläne zu prüfen und eventuelle Einwendungen geltend zu machen. Für Laien ist das schwierig: komplizierte Zeichnungen, technische Details und Planerdeutsch... Doch damit man eine Meinung haben kann, muss man die Sache erst einmal verstehen. Deshalb nahm die Bürgerinitiative die Pläne unter die Lupe und suchte die Knackpunkte heraus. "In der Diskussion jetzt arbeiten die Leute vor allem mit Infos, die wir ihnen zur Verfügung gestellt haben." Wenn Boltz das sagt, dann ohne Triumph. Im Gegenteil: "Über die Verkürzung Brückengegner - Brückenbefürworter bin ich nicht erfreut. Es geht nicht darum, eine Brücke zu verhindern, sondern darum, Verkehrsprobleme zu lösen." Die Waldschlösschenbrücke sei dafür untauglich, sie erzeuge mehr Probleme und zusätzliche Belastungen. Seine Vision ist eine lebendig-lebenswerte Stadt, fahrrad- und fußgängerfreundlicher, auch mit autofreien Zonen, am besten in der gesamten Äußeren Neustadt. Dabei ist Boltz kein Autohasser, fährt selbst alljährlich einige -zigtausend Kilometer quer durch Deutschland. Aber eben nicht in der Stadt: Da sei das Auto meist unnötig. "Gerade in der Neustadt lassen sich alle notwendigen Wege bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Autos sind hier nur hinderlich und störend, verbrauchen sinnlos Lebensraum auf den Straßen."

Solche Ansichten machen selten beliebt, vor allem, wenn sie einer so nachhaltig vertritt. Der Ruf des ewigen Querulanten ist sein ständiger Begleiter. Wenn er sich darum scheren würde, wäre er nicht Friedrich Boltz. Denn das ist das Problem der anderen. (mi)


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 06.11.2003