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Stübings
Best
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Jörg
Stübing
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Einen
Kaffee oder Tee kann hier jeder bekommen, der länger bleibt.
Egal, ob man intensiv im Angebot stöbert oder sich vom Maler
porträtieren lässt. Jörg Stübing will in seinem
Laden auf der Louisenstraße 37 nicht nur Bücher verkaufen,
sondern darüber hinaus eine Atmosphäre vermitteln, die
zum Wiederkommen einlädt.
Stübing
wurde 1964 in Magdeburg geboren. Nach einer Lehre als Maschinenbauer
studierte er zunächst an der TU Dresden - eben Maschinenbau.
Da dies für ihn keine Erfüllung war, folgte ein Studium
der Philosophie, Politik und des Editionswesens in Leipzig. Hier
war er auch an der Herausgabe der Marx-Engels-Gesamtausgabe beteiligt.
Als Doktorand arbeitete er vier Jahre an der Uni der Messestadt.
An diese Zeit erinnert er sich gern, da ihm diese Tätigkeit
viel Spielraum ließ. Der Abschluss der Dissertation steht
immer noch aus. Von 1990 bis 1995 lebte er in einer Landkommune
nahe Altenburg. Dort wurde auch der "Blues im Kuhstall"
ins Leben gerufen, zu dem regelmäßig auch Leute aus Dresden
anreisten. Nach einer Trennung verschlug es ihn erneut nach Dresden,
wo er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser hielt. Beim Möbeltragen
geriet er zufällig in die leerstehende Lagerhalle von Dentalkosmetik
neben der Groove-Staion. Ein Bekannter wollte dort einen Laden für
Second-Hand-Möbel aufmachen. Jörg Stübing schwebte
eher eine Galerie mit Werkstatt vor. Diese Idee setzte er dann auch
um. Die Halle wurde 1998/99 umgebaut. Dabei konnte er sich auf die
Mithilfe von Freunden verlassen, so wurden zum Beispiel gemeinsam
vom Straßenbahnhof Mickten Glasplatten abgebaut und in die
Katharinenstraße geschafft. Seit 1999 gibt es Ausstellungen
im "Treibhaus". Die Galerie betrieb Stübing zunächst
mit einem Partner, später allein. Seit Dezember 2001 befindet
sie sich in den Händen eines Vereins, dessen Vorsitzender er
ist. Schon im Herbst 2001 wollte Stübing den Buchladen "Vielfalt"
in der Louisenstraße übernehmen. Doch mit dem Besitzer
Kava Kadr konnte er sich nicht einigen. Nachdem er unter anderem
nach vierzehn Tagen bei einer Werbefirma aufhören musste, die
bescheinigte, dass er nicht teamfähig sei, kam ein neues Angebot
zur Übernahme des Ladens. Jetzt wurde man sich einig, eine
Bank gewährte einen Kredit. Einer Neueröffnung stand nur
noch die rigorose Umgestaltung des Ladens im Weg. Mit Hilfe eines
befreundeten Tischlers wurden sämtliche Regale und Auslageflächen
neu gestaltet. Der Hof war für Wochen Werkstatt.
Der
Name "Büchers Best" steht für das Programm,
das Stübing verfolgt. Es soll nicht alles angeboten werden,
was auf dem Markt ist, sondern ausgewählte Literatur, die bei
der Neustädter Klientel ankommt. Anders als die großen
Buchläden in der Innenstadt bietet er auch ein umfangreiches
Antiquariat, das vom DDR-Taschenbuch bis zu alten Kunstbänden
reicht. Ein besonderer Service ist zudem die Recherche nach sonst
nicht lieferbaren Büchern. Auch auf ungenaue Angaben hin sucht
Jörg Stübing nach dem Gewünschten und konnte schon
viele Kunden zufrieden stellen. Demnächst soll es auch einen
Versand geben. Durch diesen Service hat er weder vor den großen
Buchhandelsletten noch Anbietern im Internet Angst. Gegenüber
dem alten Laden konnte er den Umsatz schon deutlich steigern.
Einen
Kaffee bekommt auch die junge Frau, die am Tisch vor dem Fenster
Platz nimmt. Sie wartet auf den Maler Leonard Georges, der seit
einiger Zeit im Laden Porträts zeichnet.
Text und Foto: Falk Hensel
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