Thema: Galerie im Regierungspräsidium

"Form+Farbe" - Ausstellung Michael Podszun

Früher feierten hier Dresdner Kinder das russische Weihnachtsfest. Vor dem Tor stand ein sowjetischer Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Heute steht der untere Teil des Gebäudes, in dem sich die Galerie im Regierungspräsidium Dresden befindet, leer. In der Empore im ersten Stock wurde am 12. März die Ausstellung "Form + Farbe" von Michael Podszun eröffnet, die noch bis Ende April zu sehen ist.

 

Eines der Ausstellungsbilder von Michael Podszun

Zur Eröffnung waren etwa einhundert Freunde des Künstlers und Kunstinteressierte gekommen. Die Gäste wurden von der Vizepräsidentin des Regierungspräsidiums, Dr. Irmgard Weiß, begrüßt. Die Laudatio hielt die Kunsthistorikerin Regina Jutta Ponizil von den Staatlichen Kunstsammlungen. Darin ging sie ausführlich auf die Biographie des Künstlers ein. Der offizielle Teil der Eröffnung wurde durch ein Jazzduo beendet. Beeindruckend war, wie der Saxophonist durch den hallenden Saal im Erdgeschoss entschwand.

Michael Podszun wurde 1953 in Kassel geboren und verbrachte seine Kindheit in Wolfshagen. Er studierte Kunst und Germanistik in Gießen und Marburg. Nach dem Staatsexamen arbeitete er als freier Künstler und studierte von 1990 bis 1994 Kunsttherapie. Seit 1994 arbeitet er als Therapeut in Pulsnitz. Für sein Schaffen wesentliche Einschnitte waren der Tod seiner sechsjährigen Tochter und ein Aufenthalt in Italien. Nach diesem begann er, abstrakt zu malen. Seit 2001 ist Podszun Dozent an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden. Er lebt heute in Trachau.

Der Maler mischt seine Farben selbst, viele seiner Bilder sind mit Sand beschichtet. Michael Podszun war auch schon auf der documenta in Kassel vertreten. Die jetzt ausgestellten Werke sind alle abstrakt, Braun- und Blautöne überwiegen, sie stellen vor allem Wolken- und Gesteinsformen dar. Der Betrachter soll in das Bild einbezogen werden (Regina Ponizil: " Der Betrachter muss dazu beitragen, das Bild zu bilden."). Alle sind in den letzten fünf Jahren entstanden. Ponizil verglich sie mit dem Schaffen der Impressionisten und bezeichnete sie als "informelle" Kunst. Aus Anlass der momentanen Ausstellung ist eine auf 30 Stück limitierte Edition erschienen, deren Blätter für je 50 Euro zu haben sind.

Die Galerie im Regierungspräsidium befindet sich auf der Stauffenbergallee auf der westlichen Seite des Regierungspräsidiums etwas zurückgesetzt (da wo früher "der Panzer" stand).

Text und Foto: Falk Hensel


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 06.04.2003