Thema: Das Militärhistorische Museum

Aufbruch in alten Gemäuern

 
Das Arsenal-Hauptgebäude in einer Ansicht aus den dreißiger Jahren

Die Geschichte des Militärhistorischen Museums an seinem heutigen Ort begann in den Jahren 1876/77, als die Bestände des ehemaligen Sächsischen Hauptzeughauses an der Brühlschen Terrasse (es wurde zum "Albertinum" umgebaut) in das eben fertig gestellte Arsenalgebäude in der Albertstadt verlagert wurden. Ab 1897 konnte die inzwischen weiter gewachsene Sammlung an historischen Waffen und Modellen auch öffentlich besichtigt werden. Durch Zusammenlegung der waffenkundlichen Arsenal-Sammlung mit der heereskundlichen Armeesammlung entstand 1915 das "Königlich Sächsische Armeemuseum". Im Ersten Weltkrieg mußte der Museumsbetrieb eingeschränkt werden, die Ausstellungsthematik wurde den damaligen Ereignissen angepaßt. 1916 zerstörte eine Explosion in den Munitionswerkstätten hinter dem Arsenalgebäude große Teile des Erdgeschosses im Armeemuseum. Die Ausstellungsstücke selbst trugen nur geringe Schäden davon.

Nach dem Ende des Ersten Weltkieges blieb das Museum geschlossen und nahm erst 1923/24 den Betrieb wieder auf. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schlossen sich 1939 die Tore erneut. Die Deutsche Wehrmacht übernahm die Anlagen und präsentierte ab 1941 im "Heeresmuseum Dresden" (später "Armeemuseum Dresden") vor allem Beutestücke aus den besetzten Ländern. Die Angriffe vom 13./14. Februar 1945 überstand das Gebäude nahezu unversehrt.

Die Kapitulation Deutschlands brachte auch das vorläufige Ende für das Sächsische Armeemuseum. Entsprechend den Bestimmungen der Allierten wurden die Bestände aufgelöst und zum größten Teil in die Sowjetunion abtransportiert. Das Arsenal diente ab 1946 wegen fehlender Möglichkeiten in der zerstörten Innenstadt als Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum der Stadt Dresden. Ab 1951 nutzte auch das Stadtmuseum die Räumlichkeiten, vorrangig für Ausstellungen zur Stadtgeschichte. Doch der zunehmende bauliche Verfall zwang zur Schließung der "Stadthalle" und 1965 zur baupolizeilichen Sperrung.

Neues Leben kam in die leerstehenden Gemäuer erst 1972, als am 24. März nach umfassender Sanierung und Umgestaltung das "Armeemuseum der DDR" seine Pforten öffnete. Zwar wurden auch aus der Sowjetunion zurückgekehrte Teile der ehemaligen Arsenal-Sammlung ausgestellt, das Hauptaugenmerk richtete sich aber auf eine umfassende Darstellung der Nationalen Volksarmee und ihrer sozialistischen Bruderarmeen.


Noch immer wie zu DDR-Zeiten erscheint das Militärhistorische Museum in seinem äußeren Umfeld
 

Schon mit Beginn der 80er Jahre nahmen die Besucherzahlen spürbar ab und nach der Wende war die Zukunft des Armeemuseums mehr als fraglich. 1991 übernahm es die Deutsche Bundeswehr und komplettierte die vorhandenen Bestände um diverse NATO-Exponate. Doch auch in die Erneuerung der baulichen Anlagen wurde und wird seitdem einiges investiert. Zur Zeit entsteht ein neues Museumsdepot an der Magazinstraße und für die Neugestaltung des ehemaligen Arsenal-Hauptgebäudes lieferte kein geringerer als Star-Architekt Daniel Libeskind den Entwurf. Der will in den vorhandenen Baukörper einen transparenten Ergänzungsbau mit einem über alle Geschosse reichenden V-förmigen Grundriß integrieren, der mit seiner Spitze aus der Hauptfassade heraustritt. Das V soll sich wie ein Keil durch das Gebäude bohren und damit sowohl Zerstörung als auch den Mut zum Aufbruch ausdrücken. Der neue Bereich wird für thematische Ausstellungen genutzt, während in den anderen Teilen weiterhin die Dauerausstellungen gezeigt werden.

Die Baurbeiten sollen 2004 beginnen und 2008 beendet sein, die Kosten sind mit 35 Millionen Euro beziffert. Während der Bauphase läuft der Museumsbetrieb in einen Interimsbau weiter.

Mehr Infos auf der museumseigenen Website: www.milhistmuseum.de

Quellen: Dresdner Hefte Nr. 53, Sächsische Zeitung

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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 25.08.2003