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Ganz
oder gar nicht
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Der
von Daniel Libeskind geplante Neubau erstreckt sich über
zwei Baufelder entlang der westlichen Hauptstraße.
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"Herr
Libeskind, nehmen Sie Ihren Entwurf und bauen Sie ihn woanders!"
- Solche und ähnliche Worte waren von den Gegnern des
Projektes bei der eigens dazu einberufenen Podiumsdiskussion
am 27. Februar im Dresdner Rathaus zu hören. Die Veranstaltung
war gut besucht. Viele der Anwesenden fanden im Plenarsaal
keinen Platz mehr, und verfolgten die Diskussion über
Lautsprecher im benachbarten Saal und im Foyer.
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Die
Vorgeschichte: Zur Problematik der weiteren städtebaulichen
Entwicklung der Hauptstraße fand 1998 ein Gutachterverfahren
statt, an dem Vertreter der Wohnbau Nordwest, Kommunalpolitiker,
der Dezernent für Stadtentwicklung, der Leiter des Denkmalschutzamtes
sowie namhafte Dresdner Architekten und Hochschullehrer teilnahmen.
Im Ergebnis des Verfahrens sollten die unterbrochene Verbindung
der Heinrichstraße zur Hauptstraße wiederhergestellt
und gleichzeitig die vom Neustädter Markt bis zum Obergraben
reichenden Plattenbauten abgerissen werden. An
ihrer Stelle ist eine Neubebauung vorgesehen, die sich zum einen
an den vorhandenen Bestand aus Barock- als auch aus DDR-Zeiten anpasst,
zum anderen Akzente für eine Architektur des angehenden 21.
Jahrhunderts setzt.
Die
Wohnbau Nordwest als Eigentümerin des Grundstückes versprach
sich eine Lösung dieser schwierigen Aufgabe durch die Beauftragung
eines international renommierten Architekten. Der Amerikaner Daniel
Libeskind gilt als solcher und hat sich in letzter Zeit vor allem
durch den Neubau des Jüdischen Museums in Berlin einen Namen
gemacht. Er entwarf der Wohnungsgesellschaft für ihren neuen
Firmensitz ein Gebäude, das in seiner Architektur deutlich
die Libeskind'schen Gestaltungszüge trägt und eine Ähnlichkeit
mit dem Jüdischen Museum nicht leugnen kann.
Die
Wohnbau Nordwest musste dafür allerdings heftige Kritik einstecken,
nicht nur wegen der Gestaltung, sondern auch weil ein solcher Glaspalast
nicht dem Renommee eines städtischen Unternehmens entsprechen
kann. Die Gesellschaft lenkte ein, wollte aber auf den Entwurf nicht
verzichten. Also wurde kurzerhand die Nutzung geändert: statt
Firmenzentrale soll nun ein "Kulturkaufhaus" in dem ansonsten
nur wenig modifizierten Gebäude entstehen.
Der
ästhetische Konflikt bleibt und spaltet die öffentliche
Meinung in zwei Lager. "Anpassen" oder "Entgegensetzen"
- so kann man die verschiedenen Herangehensweisen in Bezug auf das
städtebauliche Umfeld (unter besonderer Berücksichtigung
des benachbarten Königstraßenviertels) zusammenfassen.
Doch die Architektur von Daniel Libeskind lebt von ihrer eigenwilligen
Formensprache der stürzenden Linien und verschachtelten Baukörper.
Der nachträgliche Versuch, da zu glätten und gerade zu
rücken, dürfte der falsche Weg sein. Das Motto sollte
dann besser lauten: "Ganz oder gar nicht!"
Wie
ist Ihre Meinung dazu? - Der geplante Libeskind-Neubau ist auch
Thema im Neustadtforum
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