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Platte
oder Pöppelmann?
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Die
barocke Heinrichstraße wird derzeit noch durch einen Plattenbau
von der Hauptstraße abgeriegelt |
Es
ist zugegebenermaßen ein schwieriger Umgang mit dem Gebiet
der Inneren Neustadt. Gebaute Realitäten in Form von DDR-typischen
Wohnblocks stehen der stadthistorischen Bedeutung des Viertels gegenüber.
Alte Wegebeziehungen, wie die vom Neustädter Markt Richtung
Archivplatz verlaufende Kasernen- (Altendresdner) Straße wurden
in den siebziger Jahren des 20.Jahrhunderts gänzlich aufgegeben,
andere Straßen, wie die Rähnitzgasse und die Heinrichstraße,
in ihrem Verlauf unterbrochen. Diese Verbindungen gilt es nun im
Sinne der Reaktivierung alter Strukturen so wieder herzustellen,
wie sie zu Barockzeiten u.a. von dem berühmten Dresdner Baumeister
Matthäus Daniel Pöppelmann für die damalige "Neue
Königstadt", der heutigen Inneren Neustadt, geplant wurden.
Einen
weiteren Schwerpunkt der Stadtplanung stellt der Neustädter
Markt dar. Während heute noch der freie Blick vom Goldenen
Reiter Richtung Altstadt mit der gerade wiedererstandenen Frauenkirche
möglich ist, soll der Platz perspektivisch auf seine historische
Größe zurückgebaut und baulich allseitig geschlossen
werden.

Ein
Hauch von Prohlis: Die großzügige Bebauung an der
Sarrasanistraße widerspricht der alten Stadtstruktur |
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Das
vom Stadtplanungsamt jetzt vorgestellte Entwicklungskonzept für
die Innere Neustadt ist das Ergebnis eines langjährigen Planungsverfahrens,
in das u.a. auch die Ergebnisse eines Ende der neunziger Jahre durchgeführten
Architekturwettbewerbes einflossen. Betont wurde dabei der gefundene
Kompromiß bezüglich des Erhalts der vorhandenen Bebauung
und einer Minimierung des notwendigen Abrisses. Dass sich letzterer
noch immer erforderlich macht, ruft den Widerstand der Mieter, vor
allem an der Sarrasanistraße, auf den Plan. Sie können
nicht verstehen, wieso durch ihren großen begrünten Innenhof
plötzlich wieder eine Straße (die alte bzw. neue Kasernenstraße)
verlaufen soll, die womöglich gar nicht gebraucht wird.
Entsprechend
kontrovers verlief die Diskussion bei der öffentlichen Veranstaltung
am 30. August im Kulturrathaus. Befürworter und Gegner des
Entwicklungskonzeptes lieferten sich einen - zumindest teilweise
- recht emotional geführten Disput. Im Ergebnis wird an dem
vorgestellten Konzept zwar festgehalten, die Umsetzung steht angesichts
der leeren Stadtkasse allerdings in den Sternen.
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