Thema: Hellergelände

Einmal um den Heller

 
Sand wie an der Ostsee: Der Heller im Dresdner Norden

"Holy" bedeutet kahl. Das Wort kommt aus dem Slawischen und gab dem Gebiet des Dresdner Hellers schon vor mehreren hundert Jahren vermutlich seinen Namen. Die Assoziation fällt auch heute nicht schwer. Denn im Dreieck zwischen Autobahn, Radeburger und Königsbrücker Straße befindet man sich buchstäblich im Nichts. Dabei ist das Erscheinungsbild durchaus zivilisationsbedingt. Seit 1827 beanspruchte die sächsische Armee das Hochplateau am Rande des Dresdner Elbtals für militärische Zwecke und legte Übungsplätze an. Dafür wurden weite Teile des Geländes für die Öffentlichkeit gesperrt. Später nutzten es die Wehrmacht und nach 1945 auch die Streitkräfte der sowjetischen Besatzungsmacht. Gleichzeitig begann man nach dem Krieg auch, hier den "Wohlstands"-Müll in Form von Deponien zu entsorgen. In jüngerer Zeit siedelten sich verschiedene Baufirmen an und Ende der 90er Jahre wurde die neue Justizvollzugsanstalt Hammerweg am Südrand des Hellers errichtet.

Die Öffnung des Hellergeländes nach 1989 war vor allem für die Naturfreunde von besonderer Bedeutung. Durch die jahrzehntelange Isolation entwickelte sich eine einzigartige Pflanzenwelt, deren Bestand es zu schützen galt. Mittlerweile ist der Heller als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Für eine Wanderung entlang des Hellers sei der Weg von der Heeresbäckerei an der Königsbrücker Straße über die Magazinstraße, den Oberförster-Jahn-Weg (am nördlichen Ende der Magazinstraße links abzweigend) und den Augustusweg bis zur Radeburger Straße empfohlen. Kurz vor der Radeburger Straße trifft man auf die Grundstücksmauer des 1971 abgerissenen Ausflugslokals "Zum letzten Heller". Ansonsten sind auf dem Heller noch allerlei andere Fragmente der Vergangenheit in Form von verschiedenen Beton- und Eisenteilen zu finden.


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 19.08.2004