Thema: Die Wege in der Dresdner Heide

"F und Kannenhenkel"

 
Der Wegweiser am Königsplatz in der Dresdner Heide trägt ebenfalls die alten Waldzeichen (z.B. das "Z" für den Rennsteig)

Das Wegesystem in der Dresdner Heide ist durch drei verschiedene Entwicklungsstufen gekennzeichnet, die heutzutage mehr oder weniger miteinander verflochten sind. Die Geschichte einiger heute noch vorhandener Heidewege geht bis dabei ins Mittelalter zurück. An deren einstige Bedeutung als wichtige Verkehrsverbindungen erinnern Namen wie "Rennsteig" oder "Bischofsweg". Zur Unterscheidung wurden die Wege im Laufe der Zeit durch sogenannte "Waldzeichen" an den Bäumen markiert. Diese Zeichen bestanden aus Symbolen, Buchstaben oder einer Kombination aus beiden. Die phantasievolle Gestaltung der Zeichen spiegelte sich zu einem großen Teil dann auch in der Bezeichnung der Wege wider. So erklären sich die etwas sonderbar klingenden Namen wie "Kuhschwanz", "Hämmerchen", "Gabel" oder "Kannenhenkel".

Während der Regierungszeit von Kurfürst AUGUST wurde von Johannes Humelius sowie Georg und Mathias Öder in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein neues, strahlenförmiges Wegenetz angelegt. Es bestand aus acht Flügelwegen, die alle am sogenannten "Dresdner Saugarten" in der Heide ihren Ausgang nahmen. Noch heute kann man ihren Verlauf - zumindest teilweise - als "Alte Eins" bis "Alte Acht" im Stadtplan nachvollziehen. Bei den ebenfalls angelegten ringförmigen Querverbindungen sind jedoch nur noch die äußeren Wege ("Kreuz 5" bis "Kreuz 7") partiell vorhanden.

Als drittes System kamen schließlich die um 1832 von Heinrich Cotta angelegten Waldwege hinzu, die das Gebiet der Dresdner Heide unter forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten rasterförmig unterteilten. Dabei verlaufen die "Flügel" A-H von Südwest nach Nordost im Abstand von 860 Metern (200 Ruten), die "Schneisen" 1-20 quer dazu in in einer Entfernung von 430 Metern (100 Ruten).

Die Überlagerung der verschiedenen Strukturen bzw. auch einzelne Änderungen des Trassenverlaufs brachte es mit sich, daß einige Wege heute mehrere Namen tragen (siehe "[Flügel] F und Kannenhenkel") oder ihren Namen zwischendurch wechseln.

Der Initiative des Arbeitskreises "Dresdner Heide" ist es zu verdanken, dass die Geschichte der Dresdner Heidewege - nicht zuletzt durch die sorgfältige Restaurierung der historischen Waldzeichen - gegenwärtiger ist denn je.


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 28.04.2004