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Prächtiger
Hecht
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Wer
ins Hechtviertel will, muß unter der Eisenbahn durch,
wie hier an der Tannenstraße |
Das
Hechtviertel boomt. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die von
der Forschungsgesellschaft SAS Dresden veröffentlichte Analyse,
die am 21. Januar bei der Sitzung des Ortsbeirates Neustadt vorgestellt
wurde. Es ist bereits die dritte Studie über den Stadtteil
innerhalb der letzten acht Jahre. Und so lassen sich die Entwicklungen
recht gut verfolgen. Zu allererst fällt der kontinuirliche
Anstieg der Einwohnerzahl auf, die in ein bis zwei Jahren wieder
den Stand von 1990 erreicht haben wird. Mit einem weiteren Zuwachs
ist noch für die nächsten fünf Jahre zu rechnen.
Dabei überwiegt die Generation der 25- bis 44-Jährigen,
ähnlich wie in der Äußeren Neustadt. Und es sind
vor allem Angestellte und Studenten, die die demografische Struktur
des Viertels bestimmen. Rentner sind eher unterrepräsentiert.
Außergewöhnlich ist der im Dresdner Vergleich doppelt
so hohe Ausländeranteil. Das mag u.a. daran liegen, dass die
Mieten hier trotz Sanierung dennoch günstiger sind als in anderen
Stadtteilen. Der Mietpreis beträgt im Durchschnitt vier bis
fünf Euro pro Quadratmeter; der Anteil teurerer Wohnungen ist
zurückgegangen. Mehr als fünfzig Prozent der Bewohner
sind erst in den letzten drei Jahren ins Hechtviertel gezogen.
Zahlen
sind nur das eine. Wie aber sieht es mit der Wohn- und Lebensqualität
aus? - Auch hier sind die Ergebnisse überraschend. Die einstige
Kritik an der isolierten Lage des Viertels zwischen den Eisenbahngleisen
ist inzwischen einer Identifikation der Bewohner mit ihrer "Insel"
gewichen. Das dadurch stärker empfundene soziale Miteinander
wirkt sich genauso positiv aus, wie das Fehlen störender Einflüsse
von außen (wie z.B. im "Szeneviertel" Äußere
Neustadt). Ruhe und vergleichsweise viel Grün sind Faktoren,
die das Hechtviertel vor allem für junge Familien als Wohnort
attraktiv werden lassen.
Bei
allem Respekt vor dem erfreulichen Ergebnis der Analyse muß
man sich jedoch fragen, ob die Bewertung tatsächlich unter
den richtigen Gesichtspunkten erfolgt ist. Denn indem die Andersartigkeit
zur benachbarten Äußeren Neustadt immer wieder hervorgehoben
und das Positive hier dem Negativen dort gegenübergestellt
wird, sollte man glauben, dass beide Stadtteile zukünftig weit
mehr trennt als nur die Eisenbahn.
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