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Der
andere Hecht
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Die
Siedlung an der Hechtstraße im heutigen Zustand (Bild
oben) sowie in einer Luftaufnahme von 1930 (Bild unten) |
Die
Miete muß bezahlbar bleiben. - Das dachten sich schon vor
über neunzig Jahren in Dresden eine Handvoll Gleichgesinnter
und gründeten 1910 den "Kleinwohnungs-Bauverein".
Die Genossenschaft orientierte sich an dem Vorbild der Gartenstadt
Hellerau. Schon 1911 wurde die erste Wohnanlage in Dresden-Striesen,
an der Junghansstraße fertiggestellt. Im gleichen Jahr kamen
Häuser an der Gehestraße in Pieschen sowie am Bischofsplatz
(Ecke Johann-Meyer-Straße) in der Neustadt hinzu. Weitere
geplante Bauvorhaben gelangten infolge des Ersten Weltkrieges jedoch
nicht zur Ausführung. Erst in der Mitte der zwanziger Jahre
konnten diese in Teilen verwirklicht und neue Projekte in Angriff
genommen werden. Dazu zählte die heutige Siedlung an der Bärwalder
Straße, zwischen Bärnsdorfer und Hechtstraße. Hier
entstanden in mehreren Bauabschnitten zwischen 1926 und 1929 fast
500 Wohnungen teils als Mehrfamilien-, teils als Reihenhäuser,
entworfen von dem Dresdner Architekten Professor Otto Schubert.
Der geplante Endausbau der Siedlung unterblieb jedoch wegen der
einsetzenden Weltwirtschaftskrise. Erst Mitte der dreißiger
Jahre kamen zwei weitere Wohnblöcke im nördlichen Bereich
an der Hechtstraße und an der Oberauer Straße hinzu.
Lageplan der Siedlung an der oberen Hechtstraße. Die nur
im Umriß dargestellte Bebauung wurde erst nach 1930 bzw.
gar nicht ausgeführt. |
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Den
Zweiten Weltkrieg überstand die Siedlung nahezu unbeschadet.
Die Genossenschaft bestand auch zu DDR-Zeiten - wenn auch in veränderter
Form - weiter fort. An der Oberauer Straße wurde in den sechziger
Jahren ein weiterer Wohnblock errichtet. In den achtziger Jahren
übernahm dann die AWG (Arbeiterwohngenossenschaft) TuR Übigau
die Wohnungsverwaltung.
Heutzutage
gehört die Wohnanlage zur "Sächsischen Wohnungsgenossenschaft
Dresden e.G.". Diese hat die Gebäude zwischen 1996 und
2000 sanieren lassen, und sie einerseits technisch auf den neuesten,
gestalterisch aber wieder auf den ursprünglichen Zustand gebracht.
Und so kann man z.B. an der Hechtstraße wieder lesen: "Kleinwohnungs-Bauverein
- Erbaut 1926"
Für
weitergehende Informationen sei der Besuch der Gaststätte "Zum
Fritz" in der Hechtstraße 137 empfohlen. Dort ist anhand
zahlreicher Bilder und Dokumente nicht nur die Geschichte der Siedlung,
sondern auch die des gesamten Hechtviertels ausführlich dargestellt.
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