|
Radfahrer
vergessen?
|

Blick von der Louisenstraße in die Görlitzer Straße
|
|
"Frühzeitige
Bürgerbeteiligung" - dieser Begriff hat sich bei den Verantwortlichen
in der Stadtverwaltung nach dem Desaster mit der Rudolf- Leonhard-Straße
(wir berichteten) wohl tief im Bewußtsein eingeprägt. Denn
nun werden Planungen vorgestellt, deren Realisierung erst
2002 und später vorgesehen sind. So auch bei der Görlitzer
Straße.
|
Die
öffentliche Bürgerversammlung dazu fand am 22. März in der 15. Schule
statt. Es waren weniger Anwohner als bei den vergleichbaren Veranstaltungen
zur Sebnitzer Straße und zur Kamenzer Straße erschienen; wohl deshalb,
weil die Identifikation mit der als Durchgangsstraße klassifizierten
Görlitzer Straße nicht so hoch ist. Viele haben sich scheinbar mit
dem jetzigen Zustand abgefunden.
In
der Tat sind der Umgestaltung enge Grenzen gesetzt. Der Durchgangsverkehr
wird bleiben, ebenso der in zwei Richtungen durchgeführte Betrieb
der Straßenbahn. Das Augenmerk der Planer richtet sich vor allem
auf eine Lärmverminderung durch eine Asphaltierung der Fahrbahn.
Da das erst vor wenigen Jahren erneuerte Straßenbahngleis in seiner
Lage unverändert bleibt, ist für die geplante Fahrbahnbreite von
3 Metern ( jetzt ca. 2,85) die Verringerung des rechtseitigen Fußweges
um 20 cm auf 2,20 Meter erforderlich. Dafür rückt die linke Fahrbahnhälfte,
die nur als Parkstreifen mit einer Breite von 2 Metern vorgesehen
ist, näher an das Straßenbahngleis heran und der linksseitige Fußweg
kann auf 3,30 Meter verbreitert werden.
Zusätzlich zu den heute schon vorhandenen Querungshilfen an der
15. Schule ist die Ausbildung von weiteren sogenannten "Kapps" an
der Kreuzung mit der Sebnitzer Straße vorgesehen. Vor den zum Kunsthof
gehörenden Grundstücken wird der Gehweg bis an das Straßenbahngleis
vorgezogen. Durch diese Maßnahme sollen die Zugangssituation zur
Passage des Kunsthofes verbessert und neue Aufenthaltsbereiche sowie
Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden.
Bedauerlich
an den Planungen ist die fehlende Berücksichtigung besonders
des nach Süden gerichteten Fahrradverkehrs. War es bisher
- zwar unter Mißachtung der Vorschriften der StVO - möglich,
den Fahrbahnstreifen zwischen der Straßenbahn und den parkenden
Autos entgegengesetzt zum Einrichtungsverkehr zu benutzen, so
besteht diese Möglichkeit später nicht mehr, da dieser
Bereich Parkfläche wird.
Der von der Abteilung Verkehrsplanung des Stadtplanungsamtes
unterbreitete Vorschlag, dafür den verbreiterten Fußweg
ohne besondere Markierungen auch für den Radverkehr zuzulassen,
dürfte sich in der Praxis wohl kaum umsetzen lassen. |
|

Neben
den Straßenbahngleisen blieb bisher immer noch Platz für
Fahrradfahrer. |
zurück
|