|
Zwei
Stadtteile - eine Vergangenheit
| |

Das
"Anton" am Königsbrücker Platz im Hechtviertel |
Eine
Kneipe im Hechtviertel, die "Anton" heißt, macht
stutzig. Und die Begründung der Namensgebung ebenso: "Weil
der Stadtteil ja mal Antonstadt hieß". Das läßt
den Neustadtkenner aufhorchen. Denn eigentlich ist "Antonstadt"
als frühere Bezeichnung für die heutige Äußere
Neustadt bekannt. Das Hechtviertel gehört jedoch zur Leipziger
Vorstadt.
Die
Antonstadt existierte formell seit 1835, als der damalige "Neue
Anbau auf dem Sande" zu Dresden eingemeindet und zu Ehren des
sächsischen Königs Anton umbenannt wurde. Das Gebiet des
Neuen Anbaus stellte zu damaliger Zeit auf Neustädter Seite
die einzige, unmittelbar an die Dresdner Stadtbefestigung anschließende
Bebauung dar. Der Antonstadt zugeordnet wurden aber auch die westlich,
nach dem Stadtbrand von 1685 errichteten sogenannten "Scheunenhöfe"
im Bereich der heutigen Rudolfstraße. Im Zuge der Ausweitung
des städtischen Territoriums dehnte sich die Antonstadt auch
nach Norden aus. Dort hatte 1842 der damalige Polizeipräsident
von Oppell zwischen Bischofsweg und Königsbrücker Straße
Land gekauft, es parzellieren und massive zweistöckige Häuser
errichten lassen. Die städtebauliche Entwicklung des inoffiziell
auch "Oppellvorstadt" genannten und heute als "Hechtviertel"
bekannten Stadtteils stagnierte jedoch mit dem Bau der Sächsisch-Schlesischen
Eisenbahn. Deren Trasse bildete eine natürliche Grenze, die
später auch administrative Gültigkeit erhielt. Der vom
übrigen Bereich abgeschnittene nördliche und westliche
Teil der Antonstadt verschmolz darauf hin mehr und mehr mit der
von Pieschen ausgehenden Bebauung der ehemaligen "Neudorfer
Flur" entlang der Leipziger Straße. Und als 1875 schließlich
die "Leipziger Vorstadt" gegründet wurde, war auch
die "Oppellvorstadt" ein Teil von ihr geworden. Das ist
zwar bis in die Gegenwart so geblieben, jedoch hat das heutige Hechtviertel
durch seine großstädtische Bebauung seit den 90er Jahren
des 19. Jahrhunderts eine recht eigenständige Entwicklung genommen.
Ein
weiterer Teil der Antonstadt, der heutzutage - zumindest statistisch
gesehen - nicht zur Äußeren Neustadt gehört, ist
der Bereich südlich der Bautzner Straße, zwischen Glacisstraße
und Diakonissenweg. Dieses Gebiet heißt zwar noch Antonstadt
(Süd), zählt aber zur Inneren Neustadt.
zurück
|