Thema: Gemeindezentrum an der Garnisonkirche

Die Kirche bleibt im Dorf - aber der Pfarrer zieht um

Grundsteinlegung für neues Gemeindezentrum

Ende nächsten Jahres soll es fertig sein, das neue Gemeindezentrum der katholischen St.-Franziskus-Xaverius-Kirchgemeinde samt Kindergarten. Architekt Werner Bauer hat einen zweiteiligen Baukörper entworfen, dessen beide Teile miteinander verzahnt sind. Der Bau folgt der Hanglage des Grundstücks neben der Garnisonkirche. Das Gemeindezentrum erhält seinen Zugang von der Stauffenbergallee, der Kindergarten liegt eine Etage tiefer, aber trotzdem ebenerdig, und ist vom unteren Teil des Hanges zu erreichen.
Im Inneren erhält das Gemeindezentrum einen 100 Quadratmeter großen Saal, einen Jugendraum sowie Unterrichtsräume für Christenlehre und Weiterbildungen. Auch die Pfarrwohnung wird dann hier im Gebäude sein.


Nordansicht des geplanten Gebäudekomplexes

Die katholische Pfarrei St. Franziskus Xaverius lag mit Schule und Pfarrhaus bis zur vollständigen Zerstörung 1945 an der Hauptstraße. Nach dem Krieg musste deshalb eine Ausweichlösung gefunden werden. Ein Teil der unzerstörten ehemaligen Garnisonskirche wurde der katholischen Kirche zur Verfügung gestellt, die diesen Teil nach dem Heiligen Martin, dem Schutzheiligen der Soldaten, benannte. Notgedrungen wurde hier auch die Pfarrwohnung eingerichtet.

Im Laufe der Jahre erwies sich diese Lösung immer mehr als Provisorium. Der Zustand der Garnisonskirche zur Wendezeit ist bekannt, eine Nutzung für kirchliche Zwecke wurde immer problematischer. In einer ähnlichen Lage befand sich der katholische Kindergarten im St. Benno-Stift. Der bauliche Zustand dieses Gebäudes, in dem sich auch ein Altenheim befand, wurde zunehmend schlechter. Küche und Sanitäranlagen befanden sich in einem Zustand, der lediglich eine vorübergehende Betriebserlaubnis gestattete.
Für beide Einrichtungen stand nach der Wende daher die Frage: Rekonstruktion oder Neubau.

Es erwies sich schnell, dass der Finanzaufwand für die notwendigen Reparaturen in der gleichen Größenordnung lag wie ein Neubau. Außerdem stand neben der Kirche genügend Baugrund zur Verfügung. Damit war die Entscheidung zugunsten des Neubaus gefallen.

Der errechnete Aufwand für beide Objekte liegt bei mehr als zwei Millionen Euro, die zum größten Teil vom Bistum Dresden-Meißen, zum geringeren von der Stadt Dresden (für den Kindergarten) und der Pfarrei selbst aufgebracht werden. Der Kindergarten wird einmal 87 Plätze haben und - junge Eltern aufgepasst - die Caritas als Trägereinrichtung erhebt keine Gebühren! Auch ist, wie man vielleicht glauben könnte, die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche nicht zwingend erforderlich. Im derzeitigen St. Benno-Kindergarten sind auch nur etwa 50 Prozent der Kinder katholisch getauft. Allerdings erfolgt die Aufnahme nach Eingang der Anmeldungen und die Nachfrage ist verständlicherweise groß. (Die Neustadt)

Grafik: Architekturbüro Werner Bauer


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 27.10.2002