
Einst
auf dem freien Feld angelegt, ist der Innere Neustädter
Friedhof heutzutage von dichter Bebauung umgeben. |
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Friedhof
zwischen den Häusern
Beim
Namen darf man sich nicht täuschen lassen: Der Innere Neustädter
Friedhof liegt keineswegs in der Inneren Neustadt, sondern weiter
nördlich davon, in der Leipziger Vorstadt. Seine Bezeichnung
trägt er dennoch zu Recht, wurde er doch als letzte Ruhestätte
für die Bewohner der Inneren Neustadt angelegt. Damals noch
als "Altendresden" bezeichnet, befand sich der Stadtteil
einst innerhalb der Dresdner Festungsanlagen. Entsprechend eng ging
es zu und bald wurde auch der Friedhof zu klein, der sich an der
Stelle der heutigen Dreikönigskirche befand. Mit dem Bau des
neuen Gotteshauses wurde der damals so genannte "Dreikönigsfriedhof"
im Jahre 1731 vor die Tore der Stadt, an seinen jetzigen Standort
an der Friedensstraße verlegt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
erreichte das um das Dreifache erweiterte Areal seine heutige Größe.
Die schrittweise Ausdehnung ist auch heute noch gut an den Zwischenmauern
zu erkennen, die den Friedhof in drei sogenannte "Länder"
unterteilen. Einige namhafte Persönlichkeiten - nicht nur der
Neustadt, sondern ganz Dresdens - haben auf dem Inneren Neustädter
Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden. So z.B. der Jugendschriftsteller
Gustav Nieritz, der ehemalige Polizeipräsident und Grundbesitzer
Hans Ludwig von Oppell (Gründer der Oppellvorstadt, des heutigen
Hechtviertels), Gottfried H. Christoph Jordan und Friedrich Timaeus
(Inhaber der bekannten Schokoladenfabrik "Jordan & Timaeus")
sowie Robert Diez, Bildhauer und Schöpfer der Brunnenanlagen
"Stille Wasser" und "Stürmische Wogen"
auf dem Albertplatz. Das aufwendigste Grabmal stellt die Knöffler-Gruft
dar. Die Gedenkstätte für den Bildhauer Gottfried Knöffler
ist aus Anlaß des 285. Geburtstages des Künstlers im
Jahre 2000 saniert worden; seitdem kann auch deren Innenraum besichtigt
werden.
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Der
"Dresdner Totentanz" an seinem heutigen Standort in
der Dreikönigskirche |
Lange
Zeit beherbergte der Innere Neustädter Friedhof den berühmten
"Dresdner Totentanz". Das um 1534/35 vom Bildhauer Christoph
Walter I. geschaffene, aus 27 Figuren bestehende, etwa 1,20 Meter
hohe und 12 Meter lange Relief befand sich ursprünglich an
dem alten Georgentor am Dresdner Residenzschloß. Mit dem Ausbau
der Schloßanlagen schenkte August der Starke den Fries der
Dreikönigsgemeinde, die ihn erst auf ihrem alten Friedhof,
dann an der Nordmauer des heutigen Friedhofes unterbrachte. In den
siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren die witterungsbedingten
Schäden an dem Relief bereits so weit fortgeschritten, dass
es abgenommen und eingelagert werden mußte. Bei der Suche
nach einer geschützten Ausstellungsmöglichkeit bot sich
die im Wiederaufbau begriffene, 1945 zerstörte Dreikönigskirche
an. Dort wurde am 29. September 1991 der Totentanz unter der Orgelempore
erstmals wieder der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Innere Neustädter Friedhof befindet sich in der Friedensstraße
2 (Haupteingang). Eine weitere Zugangsmöglichkeit besteht vom
Bischofsplatz aus.
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