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"Frauen
wieder ein Stück unsichtbarer"
Keine
Förderung mehr für das FrauenStadtArchiv
An
der Wand des FrauenStadtArchives in der Hechtstraße 32 hängt
der Terminkalender bis Jahresende: "Kündigen: GEMA bis
31.10., GEZ bis 30.11., Energie/ Telekom bis 18.12. ...", heißen
die wichtigsten Termine. Nach zwei Jahren im Hechtviertel wird nun
dem Club das Licht abgedreht. Das Aus kommt nicht überraschend,
die Arbeit hier stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Frauenstadtarchiv
und Soziokulturarbeit, das waren zwei Schuhe, die einfach nicht
zusammen passen wollten.
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der Verein im Jahr 2000 den Club "Unterer Hecht" übernahm,
hatte er sich schon einen Namen in der Frauengeschichtsforschung
gemacht. Seit 1992 gab es eine Arbeitsgruppe, die Initiatoren
damals waren Iris Schilke, Karla Scharf, Regine Schoenfelder
und Renate Angermann. Ab 1997 wurde schließlich ein ABM-Projekt
im alten Johannstädter Kulturtreff daraus, zeitweilig hatten
zehn Frauen hier eine ABM-Stelle. Am bekanntesten aus der Arbeit
ist der Frauenkalender geworden, der seit 1994 regelmäßig
herausgegeben wurde. Das vom Verein erarbeitete Frauenlexikon
ist bis auf 1.900 Kurzbiographien gewachsen. Die Pressedokumentation
vereinigt 10.000 Artikel zu Dresdner Frauen. |
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FrauenStadtArchiv
und Klub "Unterer Hecht" - Eine Tür, zwei Welten? |
Gefördert
wurde die Arbeit von der Gleichstellungsstelle und vom Kulturamt,
und letzteres hatte schon immer darauf gedrängt, auch soziokulturelle
Sachen anzubieten: Kurse, Treffs, Ausstellungen. 1999 wurde die
Trägerschaft des Clubs "Unterer Hecht" neu ausgeschrieben,
und ob sich der Frauenstadtarchiv-Verein damals ganz freiwillig
dafür beworben hat, will heute niemand so genau sagen.
Die
Resonanz auf die Angebote des Vereins wie Arbeitslosen- und Alleinerziehenden-Treff
war schlecht, und das Kulturamt ließ dem Verein nicht viel
Zeit, sich hier zu etablieren. Zu wenig Eigenmittel würden
erwirtschaftet, weshalb es ab kommendem Jahr keine Förderung
mehr gebe, verkündete dessen Beschluss im Frühjahr.
"Tragisch
für den Verein" sei das, sagt Karin Thiem, die seit Sommer
2001 die Geschäfte leitet. "Damit werden die Dresdner
Frauen wieder ein Stück unsichtbarer." Das sagen sogar
die, die das Frauenstadtarchiv von Anfang an nicht gerne im Hechtclub
gesehen hatten und meinten: "Die sollen lieber das machen,
was sie können, und das ist Geschichtsforschung, keine Stadtteilkulturarbeit."
Wie
es weitergeht? Das Archiv des Vereines wird vom Stadtarchiv übernommen
und dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Vorträge
an der Volkshochschule und der Seniorenakademie werde es weiter
geben, auch gibt es das Angebot des Stadtarchives, in deren Räumen
Veranstaltungen durchzuführen.
Die
Räume auf der Hechtstraße sollen weiterhin für soziokulturelle
Arbeit zur Verfügung stehen. Doch ein Verein, der diese Aufgabe
übernehmen will, hat sich bisher noch nicht gefunden. (S. Mitzscherling)
Die Zukunft des FrauenStadtArchivs ist auch Thema im Neustadtforum
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