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"Keiner
ist der, der er sein wollte, als er es war"
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Bertram
Quosdorf, Gesine Franke, Wolf-Dieter Gööck und Robby
Langer (v.l.n.r.) gehören zur aktuellen Besetzung vom "Fassungslos" |
"Was,
so lange ist das schon her?!" ist die meistgestellte Frage,
wenn Robby Langer vom statt-theater FASSUNGSLOS ehemalige Kollegen
anruft, um sie zur Geburtstagsfeier einzuladen. Am 30. April feiert
die erste und lange Zeit einzige freie und professionelle Theatergruppe
Dresdens ihr zwanzigjähriges Bestehen.
Dabei
ahnte er im Frühjahr 1985 wohl selbst nicht, daß die
Gruppe sein Leben die nächsten zwanzig Jahre prägen würde.
Gegründet mit Frank Schubert, Heike Müller-Merten und
Dresdner und Leipziger Freunden, um "etwas Farbe in das Dresdner
Grau" zu bringen, wurde die Gruppe die ersten Jahre quasi "nebenbei"
betrieben. Dabei entstanden die ersten für FASSUNGSLOS so typischen
Collagen aus literarischen Texten, Live-Musik, verrückten Bildern
und skurrilem Witz. Ein überregionales Achtungszeichen setzte
1988 der Ernst Jandl-Abend "Das Röcheln der Mona Lisa",
der später für Jahre zum Markenzeichen der Gruppe werden
sollte. Nach der Wende wurde FASSUNGSLOS als eine der wenigen freien
Ost-Theatergruppen auf Theaterfestivals in ganz Europa eingeladen,
es gab Preise, Tourneen, Rundfunk- und TV-Produktionen. 1991 wurde
der Status ein professioneller und es gelang, von der Theaterarbeit
zu leben. Im gleichen Jahr gab es bei einem mehrwöchigen Gastspiel
in Wien die denkwürdige Begegnung mit Ernst Jandl, der weitere
Treffen und einige gemeinsame Projekte folgten. Neben Jandl wurde
in den neunziger Jahren der Dresdner Autor Matthias Dix zu einem
wichtigen Partner der Gruppe. Es entstanden fünf gemeinsam
entwickelte Projekte, u.a. die "PASSION", die 1993 in
der Dresdner Kreuzkirche uraufgeführt wurde. 1990 wird Andrea
Thelemann festes Mitglied der Truppe, bis sie 1994 dem Ruf ans Staatsschauspiel
folgt. Danach ist FASSUNGSLOS zunächst als Männerquartett
unterwegs, arbeitet bei mancher Produktion aber auch mit (weiblichen)
Gästen.
Mitte
der 90er dann der Versuch, etwas aus der "Kleinkunstecke"
herauszukommen, größere Projekte mit einem größeren
Ensemble zu etablieren. Es entstehen u.a. "Die Idioten"
von Jo Fabian, "Tabori's Peepshow" oder "Romeo und
Julia" (mit 11 Spielern und in 6 Sprachen).
Im
Jahr 2000 verlässt Frank Schubert, Gründer und bis dato
künstlerischer Kopf, die Gruppe, um im Ausland zu arbeiten.
Robby Langer und Bertram Quosdorf, ebenfalls ein Urgestein und bei
FASSUNGSLOS für alles Musikalische zuständig, führen
die Gruppe mit neuen Kollegen weiter. Seitdem entsteht jährlich
eine Produktion im Societaetstheater - zuletzt der sehr erfolgreiche
"FAUST ZU VIERT" in der Regie von Tom Quaas. Ein neues
Stück, wieder mit Texten von Matthias Dix, ist bereits in Arbeit...
Zum
20. Geburtstag nun gibt es eine kleine "Werkschau" der
letzten vier Produktionen (mit zum Teil einmaligen Wiederaufnahmen)
und eine Geburtstagparty mit ehemaligen Spielern, Gästen und
Überraschungsprogramm.
Die Termine:
26.04.05
20.00 Uhr "Laurence, das Ei, der Zentralbahnhof und Frau Scholz"
27.04.05 20.00 Uhr "Die Jagd nach dem Schnatz"
28.04.05 20.00 Uhr "Engel, Tod & Teufel"
29.04.05 20.00 Uhr "FAUST ZU VIERT"
30.04.05 20.00 Uhr "Keiner ist der, der er sein wollte, als
er es war" - FASSUNGSLOS wird 20!
Überraschungsprogramm und Party
Alle
Vorstellungen im Societaetstheater Dresden, An der Dreikönigskirche
1a, Kartentel.: 803 68 10.
www.societaetstheater.de
Fotos: Volker Metzler
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