Der abgelassene Stausee der Talsperre Bautzen gab jetzt zwei Dörfer wieder frei, die mehr als 20 Jahre unter der Wasseroberfläche lagen - Nimschütz und Malsitz.

Beide Ortschaften wurden in den siebziger Jahren zugunsten der Wasserversorgung des Kraftwerkes Boxberg aufgegeben und geflutet.

Abdichtungsarbeiten an dem im Norden aufgeschütteten Damm sind nun der Grund dafür, daß der See trocken liegt.

Plan links:
Ausschnitt aus dem aktuellen Stadtplan von Bautzen. In die Fläche des Stausees (blau unterlegt) wurde die einst vorhandene Topographie hineinkopiert, als Quelle dienten Meßtischblätter aus den dreißiger Jahren.


Die Mühle von Malsitz

Die Spree, die sich aus Bautzen heraus Richtung Spreewald schlängelt, ließ vor Tausenden von Jahren eine Auenlandschaft entstehen, in die sich Nimschütz und Malsitz harmonisch einfügten.

Seit dem 14. bzw. 15. Jahrhundert ist die Existenz beider Dörfer urkundlich belegt. Nimschütz, das größere der beiden, liegt nördlich. Malsitz im Süden besaß vor allem Bedeutung durch sein großflächiges Gut sowie durch die Mühle, die vom Wasser der Spree angetrieben wurde. Über Jahrhunderte hinweg blieb die dörfliche Idylle unverändert, die Zeit schien stillzustehen.

Die Straße von Malsitz nach Nimschütz, im Hintergrund die Häuser von Nimschütz (Bild oben).
Die die Straßen säumenden Obstbäume gaben jedes Jahr eine gute Ernte.


Von den Häusern blieb nicht viel übrig. Sie wurden abgetragen oder gesprengt, nur Trümmerberge markieren die Orte einstigen Lebens.

Was bleibt sind Details:
Das Mühlrad der Mühle von Malsitz zum Beispiel, die Betonsockel der Laternenpfähle, die Stümpfe der Alleebäume oder die ihrer Geländer beraubten Brücken über die Spree.

Linke Seite:
Blick von Oehna über das Stauseegelände Richtung Norden. Die Spree hat in ihren alten Lauf zurückgefunden.
Die Brücke im Vordergrund dient für kurze Zeit wieder ihrem eigentlichen Zweck.
Die als Baumgruppe sichtbare Erhebung links im Hintergunrd, direkt neben Malsitz, wird bei gefülltem Stausee zur Insel.


Den besten Zugang zum Stauseegelände bekommt man von Südosten, durch die Bungalowsiedlung an der Nimschützer Straße.

Wie lange das Gelände begehbar bleibt, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen; zum Jahresende jedenfalls soll der See wieder mit Wasser gefüllt sein.

Sollte das Interesse an einer Besichtigung der Talsperre Bautzen geweckt sein, noch ein Hinweis: Der Aufenthalt zwischen den Trümmern ist nicht ungefährlich, besondere Vorsicht, vor allem mit Kindern, ist daher angebracht.

Foto- u. Quellennachweis:

- Redaktionsarchiv der Sächsischen Zeitung, Artikel von E. Schmitt

Historische Fotoaufnahmen mit freundlicher Genehmigung der Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek, Siebbecke

Aktuelle Fotoaufnahmen von H. Koeppe und J. Dudczak

 

Die Räumung der Dörfer wurde mit wenig Sorgfalt betrieben, allerlei Gerätschaften blieben zurück. Daß der See schon zu DDR-Zeiten für den Badebetrieb gesperrt werden mußte, mag auch an den Überresten unter Wasser liegen (oben).

Das Mühlrad der Mühle von Malsitz (rechts).

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