Thema: Das Hochhaus am Albertplatz

Der Quader zur Kugel

 

Das Hochhaus am Albertplatz, kurz nach seiner Fertigstellung. Die an der Königsbrücker Straße anschließende Bebauung wurde 1945 zerstört.

Nur ein Jahr, nachdem das Dresdner Kugelhaus international für Aufsehen sorgte, erregte das 1929 erbaute Hochhaus am Albertplatz erneut die Aufmerksamkeit - nicht nur - der interessierten Fachwelt. Handelte es sich dabei doch um das erste, in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtete Hochhaus Deutschlands. Angesichts der nur elf Stockwerke erscheint der Begriff "Hochhaus" nach heutigen Maßstäben zwar etwas hochgegriffen, zumal auch amerikanische Wolkenkratzer zu damaliger Zeit schon ganz andere Höhen erreichten. Dennoch stellte das von Hermann Paulick entworfene Bauwerk für deutsche wie auch europäische Verhältnisse eine Meisterleistung dar. Nicht zuletzt wegen der auch noch heute unglaublich kurzen Bauzeit innerhalb einen Jahres.

Erster Mieter des Gebäudes war für gut zwei Jahrzehnte die Sächsische Staatsbank, bevor nach 1945 die Dresdner Verkehrsbetriebe kriegsfolgebedingt hierher ihren Sitz verlegten. Als "Verkehrszentrale" ist das Hochhaus auch heute noch vielen Dresdnern ein Begriff, schließlich diente es die meiste Zeit seines bisherigen Bestehens in dieser Funktion. Doch Mitte der neunziger Jahre zog der - mittlerweile auch Eigentümer des Gebäudes gewordene - jahrzehntelange Nutzer aus. Seitdem steht das Gebäude leer. Wiewohl die Größe der Immobilie als auch die etwas komplizierte Grundrißgestaltung das Unternehmen zum Auszug bewog, so schwierig gestaltet sich ebenfalls die Neuvermietung. Das Ortsamt Neustadt, welches sichtliches Interesse an der Übernahme der Räumlichkeiten zeigte, zog hier ebensowenig ein, wie auch verschiedene andere potentielle Nachmieter. So sind es momentan nur Tauben, die das dem Vandalismus preisgegebene Gebäude im Inneren bevölkern.

 

Es bleibt zu hoffen, dass das Wahrzeichen am Albertplatz bald wieder mit richtigem Leben erfüllt werden wird. Konzepte zur künftigen Nutzung des Hochhauses wurden jedenfalls schon verschiedene erarbeitet. Und acht Jahre Leerstand sind eigentlich mehr als genug.


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Copyright 2001 Dresden Neustadt Online * Stand: 11.12.2004