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Schröder,
Roßberg und dann?
Die
Neustadt wird aufgewertet. Die politische Prominenz gibt sich quasi
die Klinke in die Hand. Letzte Woche war der Kanzler da. Während
sein Verteidigungsminister Generäle entlässt, besucht
er die Offiziersschule des Heeres und betont, wie demokratisch die
"Bürger in Uniform" doch sind.
Und
diese Woche der OB. Der ist sogar rumgelaufen in der Neustadt. Ohne
Bürger in Uniform. Hat sich vom Ortsamtsleiter "Parkierungsanlagen"
zeigen lassen. Wäre ich gern dabei gewesen. Nur um mal zu sehen,
was das ist. Wenn demnächst das Parken überall in der
Neustadt auch Anwohner etwas kostet, dann wahrscheinlich deshalb,
weil die Autos nicht mehr nur schnöde parken sondern parkieren
dürfen. Außerdem hat sich Roßberg zwei Theaterruinen
zeigen lassen, von denen an der einen schon lange gebaut wird, für
das Bauen an der anderen aber noch nichts entschieden ist. Wiederholt
wurde an ihn der Wunsch herangetragen, endlich ordentlich durchzugreifen
gegen alles, was den Umsatz gefährdet. Also alles, was bunt
ist und nicht mit Perwoll gewaschen und somit nicht in die Neustadt
gehört. Dem konnte er qua Amt nicht so richtig entsprechen.
Man könnte Punks, die bisher vor Geschäften rumlungerten,
ja eventuell in Parkierungsanlagen unterbringen. Was Einheimischen
schon lange klar ist, wurde nun auch im Rathaus erkannt: Dresdens
Zentrum ist die Neustadt. So knapp und präzise, wie es das
Kommunaloberhaupt getan, wurde das bis jetzt allerdings noch nicht
formuliert. Alle Achtung!
Bleibt
die Frage nach dem nächsten Promi offen, der die Neustadt offiziell
beehrt. Denkbar wäre zum Beispiel der lustige Guido Westerwelle,
falls mal eine Talkshow ohne ihn stattfindet. Oder Visions-Bush.
Oder wenigstens der Autobiograph Daniel Kübeldings.
Text:
Falk Hensel
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